„Müssen wir wieder tun, was wir wollen? Wie gelingt Selbstbestimmung und Basisdemokratie im Netzwerk?“

Workshop 10 der Herbstakademie 2017: „Müssen wir wieder tun, was wir wollen? Wie gelingt Selbstbestimmung und Basisdemokratie im Netzwerk?“

In diesem Workshop ging es darum wie Kompetenzen erlernbar und erlebbar sind, die Selbstbestimmung und selbstorganisierte Netzwerke für Nachhaltigkeit und Aufgeschlossenheit brauchen. Auch der Umgang mit „Stolpersteinen“ in diesem Prozess der Selbstorganisation wurde aufgezeigt, um sichtbar zu machen, dass auch daraus Kraft für neue Wege und Gruppenkompetenzen für gelingende Netzwerke erwachsen können.

Im ersten Teil des Workshops tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, welche Erfahrungen machen sie mit Selbstbestimmung beim freiwilligen Engagement gemacht haben und ob sie dabei eigentlich immer das tun, was sie wollen. Hier zeigte sich, dass Engagement immer wieder aufgrund eines Pflichtgefühls erfolgt und der Anteil von  Genuss, Erfüllung und Motivation dabei erheblich sinken können.

Im zweiten Teil ging es um die Theorie und Praxis der Selbstorganisation und Basisdemokratie in den ZWAR-Netzwerken, die sich als soziale Netzwerke 55 plus verstehen.

Die ZWAR Zentralstelle NRW benennt verschiedene Prozessfaktoren, die Selbstorganisation ermögliche. Dazu gehören

  • die Konzeptumsetzung des lebenslangen Lernens,
  • die fachliche Begleitung des Gruppenprozesses in der Anfangsphase der ZWAR Netzwerke,
  • der Raum für persönliche Emanzipationsprozesse im Netzwerk,
  • die Unterstützung bei der Gesprächskultur des Netzwerks durch Coaching, Beratung und Qualifizierung des Netzwerkes und
  • die Nachhaltigkeit der Netzwerke durch u.a. Schaffung vernetzter Strukturen auf der Ebene der Kommune, auf der Ebene der Regierungsbezirke und der Ebene des Landes NRW.

Dabei stehen neben der individuellen Unterstützung eines ZWAR Netzwerks auch die von der ZWAR Zentralstelle NRW landesweit angebotenen Qualifizierungsangebote sowohl für Hauptamtliche als auch für Netzwerkteilnehmende zur Verfügung.

Abgerundet wurde dieser Teil durch die konkrete Vorstellung des ZWAR Netzwerks Herten mit all seinen Aktivitäten im Freizeit-, Gesundheit-, kulturellen und (lokal-) politischem Bereich, aber auch mit seinen Besonderheiten, Fragezeichen, Stolpersteinen.

Im anschließenden Dialog mit allen Beteiligten im Workshop zeigte sich die große Bedeutung der Selbstorganisation und Selbstbestimmung für die Motivation zu nachhaltigem Engagement wie es vielfach in den ZWAR Netzwerken zu beobachten ist. Dabei wurde auch die Bedeutung der wertschätzenden Haltung in den ZWAR Netzwerken deutlich. Diese trägt maßgeblich dazu bei, allen Hürden standzuhalten und sich immer wieder neu miteinander auseinanderzusetzen. Sie bildet zudem  eine gute Basis für den Dialog, die Kooperation und die Vernetzung mit der jeweiligen Kommune und den Institutionen im Stadtteil.

Impulsgeber*innen:

Georg Rüth, ZWAR Netzwerk Herten-Mitte
Anne Remme, ZWAR Zentralstelle NRW, Dortmund
Barbara Thierhoff, ZWAR Zentralstelle NRW, Dortmund

Zur Internetseite der ZWAR Zentralstelle NRW

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