Modellprojekt BAP 2.0 – Bewegenden Alteneinrichtungen und Pflegedienste 2.0

Ein Gastbeitrag des Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V.

Neue Bewegungsangebote für ältere und pflegebedürftige Menschen in stationären und ambulanten Lebenswelten

Der Anteil älterer Menschen, die Pflege und Unterstützung benötigen, wird im Zuge des demografischen Wandels in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Bereits heute leben 4,1 Mio. Pflegebedürftige in der BRD, davon 20% in vollstationärer Pflege (Destatis 2021). Tendenz steigend. In dieser Lebenssituation kommt die Bewegung oftmals zu kurz, obwohl zahlreiche Studien die positiven Effekte von Bewegung auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die damit verbundene verbesserte Lebensqualität (Mobilität, Alltagskompetenz und soziale Teilhabe) von älteren Menschen eindeutig belegen.

Genau an dieser Stelle setzt das Modellprojekt „Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste 2.0“ (BAP 2.0) des Landessportbundes NRW an. Durch Kooperationen zwischen Sportvereinen und Alteneinrichtungen und/oder ambulanten Pflegediensten werden speziell an die Bedürfnisse älterer und hochaltriger Menschen angepasste Bewegungsangebote geschaffen. Das ist nicht nur ein passendes Teilstück zur Erfüllung des Expertenstandards „Erhalt und Förderung der Mobilität in der Pflege“ (DNQP 2014), sondern so geschaffenen Bewegungsangebote bieten auch die Chance, soziale Kontakte bis hinein in die Quartiere zu ermöglichen und zu pflegen.

Das BAP-Projekt will bewegen

Ob Gymnastik, Bewegungsspiele, Rollator-Training, Gangschulung oder Tanzen im Sitzen – es geht noch sehr viel im hohen Alter. Jede angemessen dosierte Bewegungsaktivität kann helfen, Stürze zu vermeiden, den Geist anzuregen, die Mobilität zu erhalten, das Gemeinschaftserleben in bewegten Runden zu fördern und Freude erlebbar zu machen. Bewegung gilt als der Schlüsselfaktor für mehr Lebensqualität in jedem Lebensalter und kann besonders in der Pflege älterer Menschen viel Gutes bewirken.

Dorthin gehen, wo ältere Menschen leben

„Bewegung wirkt sowohl präventiv als auch rehabilitativ und ist damit ein unverzichtbares Teilstück in der Versorgungskette älterer und pflegebedürftiger Menschen“, betont die Projekt-Koordinatorin Katrin Brandenberg. „Daher ermutigen wir die Sportvereine in NRW, sich verstärkt im Setting Altenpflege zu engagieren – mit ihrer Expertise in Sachen Bewegung dort hinzugehen, wo ältere Menschen leben – und in aktiven Kooperationen mit Einrichtungen der stationären und/oder ambulanten Pflege zum ‚Bewegungswohl‘ älterer und pflegebedürftiger Menschen beizutragen“, erläutert Brandenberg weiter. Die Erfahrungen im bisherigen Verlauf des BAP-Projektes zeigen, dass es einen großen Bedarf für gezielte bewegungsorientierte Maßnahmen im Bereich der Altenpflege gibt. Die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Einrichtungen der Altenpflege ist daher eine Liaison, die zum beiderseitigen Vorteil im Rahmen des Projektes BAP 2.0 aktiv initiiert und fortentwickelt werden soll.

Eckdaten und  Ziele – Unterstützungsleistungen und 1.000 Euro Anschubfinanzierung

  • – Das Modellprojekt „Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste 2.0“ (BAP 2.0) ist ein spezifischer Schwerpunkt im Kontext des Programms „Bewegt ÄLTER werden in NRW!“ des Landessportbundes NRW.
  • Formuliertes Leitziel des Projektes ist es, Bewegung als elementaren Bestandteil der pflegerischen Versorgung in NRW zu etablieren. Die dafür erforderlichen Strukturen sollen in aktiven Kooperationen (Tandems) zwischen Sportvereinen und Einrichtungen der stationären und/oder ambulanten Altenpflege aufgebaut und nachhaltig gesichert werden.
  • Gefördert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt (06/2019 – 05/2022) vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW sowie den Pflegekassen NRW.

– Um sich als zuverlässige und kompetente Partner kennenzulernen und gemeinsam auf den Weg zu machen, bietet das BAP-Projekt Unterstützung auf verschiedenen Ebenen an. Neben der Beratung zu inhaltlichen und formalen Fragen können Sportvereine und Alteneinrichtungen und/oder ambulante Dienste, die sich als Tandems zusammenfinden und gemeinsam ein neues Bewegungsangebot installieren, mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 1.000 Euro gefördert werden.

Mitmachen und unterstützen

Sportvereine, Alteneinrichtungen, Quartiersmanager*innen – wer immer Interesse an einer Mitarbeit im Rahmen des Projektes BAP 2.0 hat bzw. Möglichkeiten sieht, sich vermittelnd oder unterstützend einzubringen, kann sich gerne direkt an das Projekt wenden.

Kontakt

Landessportbund NRW
Friedrich-Alfred-Allee 25
47055 Duisburg

Katrin Brandenberg
Projektkoordinatorin
Tel. 0203 7381-853
E-Mail: Katrin.Brandenberg@lsb.nrw
www.lsb.nrw

Weitere Informationen zum Projekt: BAP 2.0

Projektflyer – BAP 2.0 Bewegende Alteneinrichtungen und Pflegedienste.pdf

Quellen

Destatis – Statistisches Bundesamt (2021): Pflegebedürftigkeit nach Versorgungsart 2019. Zugriff unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/_Grafik/_Interaktiv/pflege-versorgungsart.html

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2014): Expertenstandard nach § 113a SGB XI. Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege. Abschlussbericht. Osnabrück: Hochschule Osnabrück.

Fotos © Landessportbund NRW, Andrea Bowinkelmann

Letzte Aktualisierung: 15. Juni 2021

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