Rückblick: Dialogveranstaltung „Sozialraum digital #1“

Die Dialogveranstaltung Sozialraum digital #1 fand im Gästehaus St. Georg in Köln mit insgesamt 17 haupt- und ehrenamtlichen Teilnehmenden statt. Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung durch Christine Freymuth aus dem Team Forum Seniorenarbeit NRW und der Vorstellung der Teilnehmenden. Viele der Teilnehmenden aus NRW erläuterten ihre Motivation und ihre Erwartungen an die Veranstaltung hinsichtlich des großen Bedarfs an digitalen Angeboten und Veranstaltungen im Bereich der seniorenorientierten Quartiersarbeit.

 

Als Einstieg ins Thema wurde zunächst erörtert, was digitale Stadtteilbegehungen sind. Es wurde besprochen was das gemeinsame Entdecken einer Nachbarschaft oder eines Quartiers bedeutet und wie digitale Instrumente dafür eingesetzt werden können. Als erste wurde die Durchführung einer Sozialraumanalyse vorgestellt. Die Teilnehmenden nannten mögliche Beispiele aus ihrer Arbeit:

  • Begehung vor Ort. Merkmale, wie Gerüche, erste Eindrücke, etc.
  • Recherche im Internet zu Institutionen
  • Termine mit Institutionen, Café-Besuche, Kontaktaufnahme vor Ort
  • Generationenübergreifende Stadtteilbegehungen / Austausch
  • Veranstaltungen im Quartier besuchen
  • Begehungen zu bestimmten Themen, nach Vorschlägen aus der Bevölkerung
  • Ansässige Anwohner und Geschäfte aktivieren, sich zu engagieren.

Als nächstes wurde die Gestaltungen der Digitalen Stadtteilbegehung vorgestellt. Es wurden Nutzungsmöglichkeiten und benötigte Techniken, sowie die Themenvielfalt und mögliche Verortungen diskutiert. Digitale Stadtteilbegehungen können beispielsweise als Wettkampf in Form eines Stadtteil-Quiz eingesetzt werden oder auch ortsbezogene Informationen vermitteln. Sie können sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, und auch in Innenräumen genutzt werden. Mögliche Themen sind:

  • Zeitzeugen / Geschichte des Orts erzählen
  • Wissenswertes über den Stadtteil
  • Die schönsten Plätze ( Generationenabhängig)
  • Nachbarschaft für Neuankömmlinge. (Wichtige Informationen, Orientierungen Veranstaltungen, lokale alternative zu Facebook oder Nachbarschaftsplattformen)
  • Sitzmöglichkeiten anzeigen
  • Gefahrenzonen und Barrieren lokalisieren
  • Einrichtungen (z.B. Kulturell, Zielgruppenorientiert, Lokal, etc. )
  • Ausflüge / Tour-Guide
  • Firmeninterne Gelände erkunden

Digitale Apps zur Sozialraumerkundungen können als Werkzeug zur Quartiersentwicklung genutzt werden, aber auch als Lernmedium um Medienkompetenz zu fördern, oder um Partizipation, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung zu ermöglichen. Auch können Kreativität, Gedächtnis und Sozialkompetenz durch die Nutzung trainiert werden. Es ist insbesondere wichtig bei der Gestaltung den Zweck und das Ziel der digitalen Sozialraumbegehung beachten. So kann eine Institution von sich aus über bestimmte Inhalte informieren, oder einen interaktiver Spaziergang in Form eines Quiz gestalten.

In der Veranstaltung wurde die Anwendung Actionbound vorgestellt. Es gibt jedoch auch weitere ähnliche Anbieter. In einem kurzen Überblick wurden die grundsätzlichen Funktionen von der Software erörtert. Zum Beispiel, dass eine Registrierung notwendig ist und die „Bounds“ – so werden die interaktiven Handy-Rallyes genannt – nur an einem Laptop erstellt werden können und eine Registrierung zur Erstellung eigener Bounds notwendig ist.  Um zu erläutern was ein Bound ist, wurde ein Lernvideo gezeigt, dass von Actionbound frei auf der Webseite und auf Video-Plattformen im Internet zur Verfügung gestellt wird.

Anschließend wurde auf die Kosten für die Nutzung des Angebots eingegangen. Actionbound bietet drei verschiedene Lizenzen für die geschäftliche Nutzung, für den Bildungsbereich und für die gemeinnützige Nutzung. Ddie dritte Lizenz zur privaten Nutzung ist kostenfrei. Hier zeigte sich, dass gerade die Teilnehmenden aus gemeinnützigen Organisationen sowie ehrenamtlich tätige detaillierte Fragen zu den Nutzungslizenzen hatten.  

Nach einer Pause wurde Schritt für Schritt ein Bound erstellt. Es gibt unterschiedliche Elemente wie „Informationen“, „Quiz“, „Aufgaben“, „Ort finden“ „QR-Code scannen“ die in einen Bound eingefügt werden können. Hier zeigte sich wie vielfältig die App genutzt werden kann. Großes Interesse von Seiten der Teilnehmenden galt insbesondere der genauen Umsetzung, der Bedienung der technischen Geräte, der einzelnen Optionen innerhalb der Software und der Bedienung der App. Es wurde noch einmal auf die notwendige Technik, sowie organisatorische Aspekte eingegangen:

  • Ziel, Schwerpunkt und Zweck der Rallye
  • Zielgruppengerechte Gestaltung
  • Zeitlicher Rahmen, Dauer
  • Rechtliche Fragen, (Bilder, Texte etc.)
  • WLAN- Verfügbarkeit, Geräte Verfügbarkeit, (Auch Ohne Internet spielbar, wenn vorher per WLAN runtergeladen)
  • Testläufe machen, Änderungen vornehmen

Im Anschluss an den theoretischen Teil wurde ein vorher konzipierter Bound in der Nachbarschaft rund um das Tagungshaus durchgespielt. So mussten die Teilnehmenden beispielsweise Quizaufgaben lösen, bestimmte Orte finden, und einen QR-Code scannen. Auch enthielt der Bound Aufgaben wie „Machen Sie ein Gruppenfoto des Teams“. Die Teststrecke des Bounds umfasste eine Strecke von ungefähr 600 Metern, Die Teilnehmenden benötigten zwischen 15 und 30 Minuten für den Bound.

Zurück im Tagungshaus wurde eine Feedbackrunde durchgeführt, um die Eindrücke des Testlaufs und der Veranstaltung zu reflektieren. Folgendes wurde thematisiert:

  • Straßenverkehr im Blick haben (muss deutlich gesagt werden).
  • Aufgaben müssen beim Erstellen sehr genau beschrieben werden, beim Spielen ist die App schnell erschließbar.
  • Mögliche Schwierigkeiten für Senior*innen bzgl. der Medienkompetenz
  • Der große Spaßfaktor wurde gelobt.
  • Großes Lob an das FSA-Team für die Veranstaltung. Hat großen Spaß gemacht.
  • App wird sicherlich ausprobiert.
  • Vorschlag: Senioren könnten mit Assistenz laufen, um erste Hürden abzubauen (App macht auch bei passiver Teilnahme Spaß).
  • Gut für Gedächtnis-Training und Orientierung.
  • Unterhaltsam, Stadtteil wird entdeckt. Aber es muss spezifisch auf Senioren eingegangen werden.
  • Studenten und Senioren Tandems werden geplant.
  • Ein Tandem könnte eine Brücke schaffen um Senioren zur Teilnahme zu ermutigen.
  • Einzelne Elemente wurden kennen gelernt war sehr gut.  Für Senioren ggf. eine Begleitperson nötig.
  • Gefühl vermittelt bekommen für Wegbeschreibungen und Anleitungen im Bound.
  • Idee: Bedienung von Studenten, Aufgaben und Fragestellung für Ältere.

Am Ende wurden noch die Ergebnisse des Bounds verglichen, die entstandenen Fotos angesehen und die gelösten Aufgaben ausgewertet. Christine Freymuth gab  noch einen Hinweis auf das Forum und die Materialsammlung des Anbieters Actionbound.

Bei der Veranstaltung entstandene Fragen, wie zu den Nutzungslizenzen oder der technischen Umsetzung, werden wie immer im internen Bereich des Forum Seniorenarbeit NRW diskutiert.

Die Webseite des Anbieters Actionbound

 

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