Neue Handreichung: Übersicht und Auswahl digitaler Werkzeuge für Quartiers- und Nachbarschaftsarbeit

Ein Leitfaden zum leichten Einstieg in das Thema Digitalisierung

Die Digitalisierungswelle hat längst auch soziale Arbeitsfelder erreicht. Insbesondere die derzeitige Ausnahmesituation im Zeichen von Corona hat an vielen Orten zur Einführung von neuen Techniken geführt. Mit einem Mal wurde möglich, was lange Zeit als unmöglich erschien. Leider haben sich viele Akteure auch unreflektiert auf das Erstbeste festgelegt, das ihnen auf Seite eins der Suchergebnisse ins Auge gesprungen ist oder was ihnen gerade zugerufen wurde.

In den Arbeitsgruppen des Forum Seniorenarbeit 2018-2020 war das Thema Software-Auswahl immer präsent. Wir haben sehr viel guten Willen erlebt, aber auch Unsicherheiten in Hinblick auf die aus der Software-Auswahl resultierenden Kosten, Abhängigkeiten und Rechtsfolgen.

Es geht weniger darum ob, sondern vielmehr darum wie und mit welchem Anspruch wir den zukünftigen Herausforderungen begegnen. Dazu benötigt es klare Vorstellungen, Kompetenzen und Rahmenbedingungen, die es uns erlauben digitale Prozesse unter unseren jeweiligen Leitbildern zu gestalten.

Als Organisationen, seien diese nun verbandlich, kommunal oder ehrenamtlich organisiert, dürfen wir den Anschluss nicht verlieren. Es geht darum neue Kommunikationswege zu erschließen, damit wir Kontakt halten mit unserer Zielgruppe und neue Interessierte erreichen.

Mit der Einführung digitalisierter Angebote oder dem Umbau vorhandener Strukturen werden neue Engagementfelder für ältere Menschen erschlossen und Prozesse teilweise auf den Kopf gestellt. Manche Tätigkeiten verändern sich stark oder fallen weg, neue ergeben sich. Allein aus wirtschaftlichen Gründen sind wir angehalten unsere Abläufe zu überdenken und neu zu strukturieren. Die aus unserer Sicht größte Chance liegt darin neue Wege für Partizipation zu erschließen, neue Angebote zu schaffen, die es mehr Menschen ermöglichen an unseren Angeboten teilzuhaben und mitzuwirken.

Wir dürfen dabei aber nie aus den Augen verlieren, dass die Technik immer nur das Werkzeug zur Erreichung unserer Ziele sein darf und wir aufgrund unseres sozialen Auftrags eine besondere Verantwortung für benachteiligte und schwer erreichbare Gruppen tragen.

In der Zeit nach Corona sollten wir unsere Entscheidungen vielleicht noch einmal hinterfragen und ggf. verändern. Das Erste ist nicht immer das Beste für uns und unsere Ansprechgruppen.

In der vorliegenden Handreichung definieren wir zunächst einmal unsere Einsatzgebiete im Bereich der Nachbarschafts- und Quartiersarbeit. Im Anschluss daran unterbreiten wir ein Angebot, wie wir in einem gemeinsamen Prozess mit den beteiligten Interessengruppen zu einer Entscheidung für oder gegen eine Software kommen. Ergänzt wird die Handreichung um zahlreiche Hinweise auf vorhandene digitale Werkzeuge.

Diese Liste erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und ist zum Zeitpunkt des Erscheinens bereits nicht mehr „up to date“. Sie ersetzt die eigene Recherche als Teil des Lernprozesses nicht.

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir Videokonferenzsysteme ausgeklammert und in einer gesonderten Handreichung veröffentlicht: Tipps und Hinweise zur Moderation von Videokonferenzen.

Wenn Sie Anbieter einer Software/Anwendung sind, die einen Mehrwert für die Quartiers- und Nachbarschaftsarbeit bietet, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Wir nehmen Sie gerne, sofern es aus unserer Sicht thematisch passt, in unseren Werkzeugkasten auf.

Wenn Sie als Organisation Werkzeuge nutzen und Projekte umgesetzt haben, nehmen wir Sie gerne in unsere Projektdatenbank auf.

Wenn Sie als Leserin oder Leser Hinweise haben, die wir berücksichtigen sollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf: info@forum-seniorenarbeit.de

Vielen Dank an alle, die an der Erstellung der Handreichung mit Ihrem konstruktiven Feedback mitgewirkt und ihre Praxiserfahrungen eingebracht haben. Wir freuen uns auf den weiteren Erfahrungsaustausch und die Mitwirkung an der Weiterentwicklung.

Handreichung lesen

In der zweiten Jahreshälfte werden wir begleitende Unterstützungsformate (Veranstaltungen und/oder Webinare) zur Handreichung anbieten.

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