dasnez als digitales Werkzeug vermittelt Unterstützung vor Ort

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Projektträger:

Stadt Delbrück

Gleichstellungs- und Familienbeauftragte

Lange Str. 45
33129 Delbrück

05250 996 281

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Dasnez versteht sich als generationenübergreifende Servicebrücke, um das lokale bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Das digitale Werkzeug dasnez bietet einige Neuerungen, damit die Nutzenden zeitnah und einfach Gesuche oder Angebote einstellen können. Dadurch können starke, regionale Netzwerke in den Kommunen entstehen.

Die Taschengeldbörse ist nun integraler Bestandteil von dasnez. Weitere Services können mit dasnez aufgebaut werden: Zeitspenden, Tauschbörsen oder ähnliche ehrenamtliche Strukturen.

Wesentliche Neuerungen sind:

  • Es besteht die Möglichkeit, eine individuelle Info-Box je Kommune auf der Startseite von dasnez einzurichten, im Sinn eines digitalen Notizzettels, um wichtige Ereignisse und Hinweise zu beschreiben. Außerdem können Links zu interessanten Websites platziert werden.
  • Für Personen, die keinen Internetzugang haben oder wollen, können nun beauftragte Personen (stellvertretend) diese Angebote und Gesuche für diese Gruppe in dasnez einstellen.
  • Eine Filterfunktion, die die Angebote oder Nachfragen nach Stadtteilen, Ortsteilen und Sozialräumen (z.B. Kirchengemeinde, Kindergarten, Schulen) durchsuchen lässt.
  • Als Erweiterung können sich auch größere Institutionen und Netzwerke, wie zum Beispiel die Caritas, regionale Seniorenhilfe bei dasnez registrieren und so ihre eigenen Netzwerke den Nutzenden bekanntgeben.

Rahmendaten

Kategorie(n): Engagementförderung, Kontakte fördern, Nachbarschaftshilfe, Regionales Netzwerk, Sozialraum erschließen

Angebotsform:

Website, Eigene App

Projektbeginn: 1. Oktober 2015

Auftraggeber/Förderer:

Die Stadt Delbrück ist der Auftraggeber und zugleich der Lizenzinhaber der Marke dasnez. Das Projekt ist in der zweiten Version freigegeben. Die Stadt Delbrück, ihre Heimatvereine, der Kreis Paderborn und Banken sind wichtige Förderer.

Kooperationspartner:

Alle Anforderungen sind in gemeinsamen Projektsitzungen mit der Stadt Delbrück, dem Seniorenbeirat und dem beauftragten Softwareunternehmen, konzipiert und entwickelt worden. Die WAPP GmbH in Bielefeld übernimmt das Hosting, die Datensicherung, die Wartung und die Weiterentwicklung für dasnez.

Weitere Beteiligte:

Die Softwarelizenzen und das Markenrecht besitzt die Stadt Delbrück.

Projektinitiatoren:

Die Initiatoren des Projektes waren die Gleichstellungs- und Familienbeauftragte und der Sprecher des Seniorenbeirats der Stadt Delbrück.

Projektziele / -inhalte

Ziele des Projektes:

Im Zentrum der allgemeinen öffentlichen Diskussion werden Geburtenrückgang, Alterung und schrumpfende Bevölkerung intensiv diskutiert. Die Folgen für die sozialen Sicherungssysteme durch die schrumpfende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und die gleichzeitig steigende Zahl der älteren Menschen verschieben die demografischen Rahmenbedingungen in bisher nicht gekannter Art und Weise. Die damit verbundenen Veränderungen werden sich in den nächsten Jahren in den Lebensräumen (Quartiere) der Menschen spürbar beschleunigen. Diese Tatsachen führen zu der Frage: „Welche Stärken einer Kommune können für die Herausforderungen der Zukunft genutzt werden und was können die Bürger*innen mit ihren Fähigkeiten dazu beitragen“? Dieser Frage gehen die Fragestellungen voraus, wie bleibt das Leben in den Quartieren attraktiv und lebenswert, wie wird die Grundversorgung gesichert und wie finden sich Hilfesuchende und Helfer*innen zusammen, um die Veränderungen sozialverträglich zu gestalten.

Zielgruppe/n:

Das Projekt möchte dort ansetzen, wo für Menschen Lücken in ihrem persönlichen Netzwerk entstehen, die sie nicht aus eigener Kraft schließen können. Damit dies möglich wird, braucht es das Interesse, Engagement und Vertrauen füreinander. Verantwortung und menschliche Zuwendung werden so als Gemeinschaftsprinzip gestärkt. Insbesondere der Demographische Wandel, Veränderungen in den familiären Strukturen und ausbleibende staatliche Absicherung machen es notwendig, eine Form von bürgerschaftlicher Selbstverantwortung und gegenseitiger Hilfe zu etablieren. Das Wohl und die Würde des Menschen, unabhängig von seinem sozialen Status, sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Zu Beginn des Projekts rückten jüngere Menschen in den Fokus, die kleinere Hilfen ausübten und dafür ein kleines Taschengeld erhielten. Mit der Freigabe von dasnez in der zweiten Version bietet die Vermittlungsplattform allen ehrenamtlich arbeitenden Organisationen und Strukturen die Möglichkeit sich zu einem Netzwerk zusammenzuschließen.

Struktur des Projekts:

Dasnez fördert den Aufbau einer digitalen Nachbarschaft. Alle Generationen werden angesprochen. Brücken zwischen Jung und Alt werden ermöglicht. In einem Netzwerk können sich alle Menschen mit ihren individuellen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Vermittlungsplattform ist es, den verwaltungstechnischen Anteil im täglichen Betrieb möglichst gering zu halten und das ehrenamtliche Engagement nachhaltig in die eigentliche Unterstützungsarbeit fließen zu lassen. Der Anteil an personellen Aufwendungen reduziert so die laufenden Kosten, der sonst aufwendigen („händischen“) Vermittlungstätigkeiten, wenn keine modernen IT-Verfahren eingesetzt werden. Organisationen und Bürger*innen können über das Smartphone oder über einen PC selbstständig ihre Stammdaten und Angebote erfassen und verwalten. Bevor die Angebote/ Nachfragen in der Börse erscheinen, werden die Benutzer*innen von dem*der jeweiligen Administrator*in der Kommune freigeschaltet. Zudem ist der*die Administrator*in immer in der Lage, Angebote/Nachfragen sofort aus der Börse zu entfernen und/ oder Benutzer*innen zu sperren. Die Software ist so angelegt, dass sie skalierbar ist und in allen Kommunen in einem Kreis oder in NRW eingesetzt werden kann. Das heißt, jede Kommune kann ihre individuelle Vermittlungsplattform nutzen und ist in der Lage, die in ihren Verantwortungsbereich fallenden Angebote/Nachfragen selbst zu verwalten.
Schon heute werden unterschiedlichste Unterstützungsleistungen durch das Ehrenamt erbracht. Doch auch das Ehrenamt benötigt eine formale Unterstützung/ Rahmenbedingungen durch die Kommune. Bürger*innen, die heute im Ehrenamt tätig sind, haben häufig sehr konkrete Vorstellungen, wie das Ehrenamt aussehen sollte:
• konkrete Projekte, die mit der Lebenssituation übereinstimmen,
• keine langfristige Bindung,
• mehr Verantwortung,
• mehr Transparenz und
• Teilhabe an Entscheidungen.

Projektablauf:

• August 2015: Entscheidung eine Taschengeldbörse für die Stadt Delbrück zu entwickeln
• Oktober 2015: Freigabe der ESF Fördergelder und Förderung durch den Kreis Paderborn
• November 2015: Entwicklungs- und Testphase
• Februar 2016: Pilotfreigabe der Software dasnez
• September 2016: Freigabe dasnez
• 2017 Gespräche / Präsentationen dasnez in diversen Kommunen im Kreis Paderborn
• 2017 Produktion des Projektfilms mit realen Nutzern aus Delbrück
• 2018 Betrieb in Delbrück, Bad Lippspringe und Bedburg
• Seit 2019 verstärkte Nutzung in den Kommunen in NRW

Marketing:

Flyer, Presseartikel, Vorträge in anderen Kommunen, Kontakte zu Schulen und Senioreneinrichtungen. 2017 wurde zudem ein Video produziert, welches tatsächliche Nutzende der Taschengeldbörse begleitet (siehe oben). Für das Projekt „Delbrück hilft“ wurden Plakate und Flyer hergestellt und in Delbrück verteilt. Diese enthielten auch Links für das schnelle Auffinden im Internet. Die Volksbank Delbrück-Hövelhof übernahm ein Sponsoring auf der Seite der Stadt Delbrück in Form eines Werbebanners mit Verlinkung auf ihre Website.

Evaluation:

Die Stadt Delbrück hat z.Zt. 50 Nutzende, die sich, wenn sie einmal freigeschaltet sind, eigenständig ihre Angebote oder Nachfragen einstellen.
Im Januar 2019 (Beobachtungszeitraum 4 Wochen) sind die Begriffe: Taschengeldbörse, Nachbarschaftshilfe, Hilfstätigkeiten und Ehrenamt im 25 km Umkreis von Delbrück mehr als 26.000 mal mit der Google-Suche gesucht worden. Dabei ist dasnez 75 mal aufgerufen worden. Die Klicks beziehen sich mit 32% auf Smartphone, 34% auf Tablets und 34% auf einen Computer.
Aktuell verzeichnet dasnez vermehrte Anmeldungen und hat das Format eines digitalen Marktplatzes erreicht.

Stolpersteine:

Eine große Herausforderung ist, dass sich Kommunen für die Einführung einer Vermittlungsplattform entscheiden müssen. Dann dauert es natürlich eine Weile, bis sich die Anbietende und Nachfragende gefunden haben. Entscheidend ist, dass die notwendigen Verwaltungstätigkeiten für die Organisation einer Plattform wie dieser niedrig gehalten werden. Die Digitalisierung einer Börse für Nachbarschaftshilfe, so wie dasnez, bietet dazu hervorragende Möglichkeiten. Darum waren die wesentlichen Zielsetzungen bei der Entwicklung von dasnez:
• kostenfrei und ohne Werbung für interessierten alle Kommunen, Schulen, sozialen Projektträgern im Kreis Paderborn, NRW und Deutschland
• individuelles Sponsoring
• es wird kein softwaretechnisches Knowhow benötigt
• sehr geringer Verwaltungsaufwand
• Nachhaltig in der Verwendung und auch für ehrenamtliche Personengruppen leicht zu bedienen

Erfolge:

Das Projekt dasnez ist bundesweit im Web sichtbar. Daher gibt es auch Anmeldungen aus allen Städten in Deutschland, mit der Bitte um Freigabe. Diese mussten leider abgelehnt werden. Denn die Vermittlungsplattform ist immer auf eine Stadt oder Stadtteil bezogen, in dem die Nutzenden wohnen. Nur so wird die räumliche Nähe zu den hilfesuchenden Menschen gewährleistet. Die Grundvoraussetzung ist deshalb, dass diese Stadt eine eigene Plattform einrichtet. Das geht ganz unkompliziert und wird von der Stadt Delbrück gern unterstützt.

Technische Angaben

Eingesetzte Software:

Backend:
Um die Anwendung mit Daten füllen zu können, ist ein Backend-Server notwendig. Dieser Server speichert zusammen mit der Datenbank die unterschiedlichen Datensätze und stellt sie den Anwendungen zur Verfügung.

Administrator*innenoberfläche:
Die Bürger*innen sollen über eine Smartphone App oder die Website selbständig ihre Stammdaten und Angebote / Nachfragen erfassen und verwalten können. Bevor die Angebote in der Ehrenamtsbörse erscheinen, muss sich die/der Benutzer*in registrieren und von dem jeweiligen Verwaltenden der Stadt, des Stadtteils oder des Dorfs freischalten lassen. Zudem ist die verwaltende Person jederzeit in der Lage, Angebote aus der Börse zu entfernen oder Benutzer*innen für weitere Angebote zu sperren:

• Anlegen/Pflege der Stammdaten für die Städte, Stadtteile, Dörfer oder sonstige Institutionen
• Anlegen/Pflege von Kategorien für Angebote/Nachfragen
• Anlegen/Pflege von Sponsoren-Links
• Statistiken und Filterfunktion: Übersichten über Benutzer*innen, Angebote/Nachfragen, Bewertungen
• Dashboardfunktion

Es steht eine Benutzergruppe „Kommunenadministration“ zur Verfügung, die nur der verwaltenden Person der eigenen Kommune erlaubt, die eigene Kommune komplett zu verwalten, jedoch keine andere. Die Anwendung unterstützt folgenden Plattformen, die aus den jeweiligen App-Stores ladbar sind: iOS, Android, Tablett, Web für alle gängigen Browser

Datenschutzaspekte:

Die Daten der an der Vermittlungsplattform Beteiligten werden von der Koordinierungsstelle nicht an Dritte weitergegeben. Sämtliche Daten werden nur verschlüsselt übertragen. Bei der Anmeldung werden die Teilnehmenden über die Datenschutz- und Nutzungsbedingungen informiert, die bei einer Anmeldung einmalig angenommen werden müssen. Dasnez ist DSGVO-konform und handelt nach der datenschutzrechtlichen Grundverordnung. Die Vermittlungsplattform wird in Frankfurt gehostet und ist bis auf die Kosten des Hostings lizenzkostenfrei.

Eingesetzte Drittanbieterkomponenten:

Werden z.Zt. nicht verwendet.

Geographische Lage

Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2020

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