dasnez – die digitale Taschengeldbörse

Kurzbescheibung und Kontakt
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Projektträger:

Stadt Delbrück

Gleichstellungs- und Familienbeauftragte

Lange Str. 45
33129 Delbrück

05250 996 281

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Taschengeldbörsen wie dasnez werden als Servicebrücken zwischen der Jugend und der älteren Generation verstanden. Vordergründig leisten Taschengeldbörsen eine „einfache" Vermittlungstätigkeit, indem sie Jugendliche, die haushaltsbezogene Unterstützungsleistungen gegen ein kleines Taschengeld anbieten, und Haushalte älterer oder mobilitätseingeschränkter Menschen zusammenbringen. Darüber hinaus vermitteln sie aber auch Interaktionen zwischen Jung und Alt und leisten somit einen Beitrag zur intergenerativen Begegnung.

Rahmendaten

Kategorie(n): Engagementförderung, Kontakte fördern, Nachbarschaftshilfe, Regionales Netzwerk, Sozialraum erschließen

Angebotsform:

Website, Eigene App

Projektbeginn: 1. Oktober 2015
Projektende: 1. Februar 2019

Auftraggeber/Förderer:

Das Projekt wird von dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Kreis Paderborn und dem Europäischer Sozialfonds unterstützt.

Kooperationspartner:

Alle Anforderungen sind in gemeinsamen Projektsitzungen mit der Stadt Delbrück, dem Seniorenbeirat und dem beauftragten Softwareunternehmen ActiDoo, konzipiert und formuliert worden. Aktuell wird das Hosting für dasnez und die Bereitstellung in den Webstores (iOS und Google play) durch dieses Unternehmen gewährleistet.

Weitere Beteiligte:

Die Softwarelizenzen und das Markenrecht besitzt die Stadt Delbrück.

Projektinitiatoren:

Die Initiatoren des Projektes waren die Gleichstellungs- und Familienbeauftragte und der Sprecher des Seniorenbeirats der Stadt Delbrück.

Projektziele / -inhalte

Ziele des Projektes:

Im Zentrum der allgemeinen öffentlichen Diskussion werden Geburtenrückgang, Alterung und schrumpfende Bevölkerung intensiv diskutiert. Die Folgen für die sozialen Sicherungssysteme durch die schrumpfende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und die gleichzeitig steigende Zahl an älteren Menschen verschieben die demografischen Rahmenbedingungen in bisher nicht gekannter Art und Weise. Die damit verbundenen Veränderungen werden sich in den nächsten Jahren in den Lebensräumen (Quartiere) der Menschen spürbar beschleunigen. Diese Tatsachen führen zu der Frage: „Welche Stärken einer Kommune können für die Herausforderungen der Zukunft genutzt werden und was können die Bürger mit Ihren Fähigkeiten dazu beitragen“? Dieser Frage gehen die Fragestellungen voraus, wie bleibt das Leben in den Quartieren attraktiv und lebenswert, wie wird die Grundversorgung gesichert und wie finden sich Hilfesuchende und Helfer zusammen, um die Veränderungen sozialverträglich zu gestalten. Ziel des Projekts ist es, (ältere) hilfesuchende Menschen und jüngere Helfer*innen, die sich engagieren wollen und dafür ein kleines Taschengeld erhalten, zusammenzubringen.

Zielgruppe/n:

Das Projekt möchte dort ansetzen, wo für Menschen in der dörflichen Gemeinschaft Lücken in ihrem persönlichen Netzwerk entstehen, die sie nicht aus eigener Kraft schließen können. Damit dies möglich wird, braucht es das Interesse, Engagement und Vertrauen füreinander. Verantwortung und menschliche Zuwendung im Dorf werden so als Gemeinschaftsprinzip gestärkt. Insbesondere Demographischer Wandel, Veränderungen in den familiären Strukturen und ausbleibende staatliche Absicherung machen es notwendig, eine Form von bürgerschaftlicher Selbstverantwortung und gegenseitiger Hilfe zu etablieren. Das Wohl und die Würde des Menschen, unabhängig von seinem sozialen Status, sollen dabei im Mittelpunkt stehen. In den Fokus rücken jüngere Menschen, die kleinere Hilfen ausüben und dafür ein kleines Taschengeld erhalten.

Struktur des Projekts:

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der „Taschengeldbörse“ ist es, den verwaltungstechnischen Anteil im täglichen Betrieb möglichst gering zu halten und das ehrenamtlich Engagement nachhaltig in die eigentliche Unterstützungsarbeit fließen zu lassen. Der Anteil an personellen Aufwendungen reduziert so die laufenden Kosten, der sonst aufwendigen („händischen“) Vermittlungstätigkeiten, wenn keine modernen IT-Verfahren eingesetzt werden. Die Bürger*innen können über das Smartphone oder über einen PC selbstständig ihre Stammdaten und Angebote erfassen und verwalten. Bevor die Angebote/ Nachfragen in der Börse erscheinen, werden die Benutzer*innen und die Angebote manuell von der Verwaltung freigeschaltet. Zudem ist die Verwaltung immer in der Lage, Angebote sofort aus der Börse zu entfernen und/ oder Benutzer*innen sperren.
Die Software ist so angelegt, dass sie skalierbar ist und in allen Kommunen in einem Kreis oder in NRW eingesetzt werden kann. Das heißt, jede Kommune kann ihre individuelle „Taschengeldbörse“ nutzen und ist in der Lage, die in ihren Verantwortungsbereich fallenden Angebote selbst zu verwalten.

Schon heute werden unterschiedlichste Unterstützungsleistungen durch das Ehrenamt erbracht. Doch auch das Ehrenamt benötigt eine formale Unterstützung/ Rahmenbedingungen durch die Kommune. Bürger*innen, die heute im Ehrenamt tätig sind, haben häufig sehr konkrete Vorstellung, wie das Ehrenamt aussehen sollte:

• konkrete Projekte die mit der Lebenssituation übereinstimmen,
• keine langfristige Bindung,
• mehr Verantwortung,
• mehr Transparenz und
• Teilhabe an Entscheidungen.

Projektablauf:

• August 2015: Entscheidung eine Taschengeldbörse für die Stadt Delbrück zu entwickeln
• Oktober 2015: Freigabe der ESF Fördergelder und Förderung durch den Kreis Paderborn
• November 2015: Entwicklungs- und Testphase
• Februar 2016: Pilotfreigabe der Software dasnez
• September 2016: Freigabe dasnez
• 2017 Gespräche / Präsentationen dasnez in diversen Kommunen im Kreis Paderborn
• 2017 Produktion des Projektfilms mit realen Nutzern aus Delbrück
• 2018 Betrieb in Delbrück, Bad Lippspringe und Bedburg

Marketing:

Flyer, Presseartikel, Vorträge in anderen Kommunen, Kontakte zu Schulen und Senioreneinrichtungen. 2017 wurde zudem ein Video produziert, welches tatsächliche Nutzer der Taschengeldbörse begleitet (siehe oben).

Evaluation:

Die Stadt Delbrück hat z.Zt. 50 Nutzer, die sich, wenn sie einmal freigeschaltet sind, eigenständig ihre Angebote oder Nachfragen einstellen.

Im Januar 2019 (Beobachtungszeitraum 4 Wochen) sind die Begriffe: Taschengeldbörse, Nachbarschaftshilfe, Hilfstätigkeiten und Ehrenamt im 25 km Umkreis von Delbrück mehr als 26.000 mal mit der Google-Suche gesucht worden. Dabei ist dasnez 75 mal aufgerufen worden. Die Klicks beziehen sich mit 32% auf Smartphone, 34% auf Tablets und 34% auf einen Computer.

Stolpersteine:

Die größte Herausforderung ist, das Kommunen sich für die Einführung einer Taschengeldbörse entscheiden müssen. Dann dauert es natürlich eine Weile, bis sich Anbieter und Nachfrager zusammen gefunden haben. Entscheidend ist, die notwendigen Verwaltungstätigkeiten für die Organisation einer Taschengeldbörse niedrig zu halten. Die Digitalisierung einer Taschengeldbörse, so wie dasnez, bietet dazu hervorragende Möglichkeiten. Darum waren die wesentlichen Zielsetzungen bei der Entwicklung von dasnez:

• kostenfrei und ohne Werbung für interessierten alle Kommunen, Schulen, sozialen Projektträgern im Kreis Paderborn, NRW und Deutschland
• individuelles Sponsoring
• es wird kein softwaretechnisches Knowhow benötigt
• sehr geringer Verwaltungsaufwand
• Nachhaltig in der Verwendung und auch für ehrenamtliche Personengruppen leicht zu bedienen

Erfolge:

Das Projekt dasnez ist bundesweit im Web sichtbar. Daher gibt es auch Anmeldungen aus allen Städten in Deutschland, mit der Bitte um Freigabe. Diese mussten leider abgelehnt werden. Denn die Taschengeldbörse ist immer auf eine Stadt oder Stadtteil bezogen, in dem die Nutzer wohnen. Nur so wird die räumliche Nähe zu den hilfesuchenden Menschen gewährleistet. Die Grundvoraussetzung ist deshalb, dass diese Stadt eine Taschengeldbörse einrichtet. Das geht ganz unkompliziert und wird von der Stadt Delbrück gern unterstützt.

Technische Angaben

Eingesetzte Software:

Backend:
Um die Anwendung mit Daten zu füllen zu können, ist ein Backend Server notwendig. Dieser Server speichert zusammen mit der Datenbank die unterschiedlichen Datensätze und stellt sie den Anwendungen zur Verfügung.

Administratoroberfläche:
Die Bürger*innen sollen über eine Smartphone App oder die Website selbständig ihre Stammdaten und Angebote / Nachfragen erfassen und verwalten können. Bevor die Angebote in der Ehrenamtsbörse erscheinen, muss sich die/der Benutzer*in registrieren und von dem jeweiligen Verwaltenden der Stadt, des Stadtteils oder des Dorfs freischalten lassen. Zudem ist die verwaltende Person jederzeit in der Lage, Angebote aus der Börse zu entfernen oder Benutzer*innen für weitere Angebote zu sperren:

• Anlegen/Pflege der Stammdaten für die Städte, Stadtteile, Dörfer oder sonstige Institutionen
• Anlegen/Pflege von Kategorien für Angebote/Nachfragen
• Anlegen/Pflege von Sponsoren-Links
• Statistiken und Filterfunktion: Übersichten über Benutzer*innen, Angebote/Nachfragen, Bewertungen
• Dashboardfunktion

Es steht eine Benutzergruppe „Kommunenadministration“ zur Verfügung, die nur der verwaltenden Person der eigenen Kommune erlaubt, die eigene Kommune komplett zu verwalten, jedoch keine andere. Die Anwendung unterstützt folgenden Plattformen, die aus den jeweiligen App-Stores ladbar sind: iOS, Android, Tablett, Web für alle gängigen Browser

Datenschutzaspekte:

Die Daten der an der Taschengeldbörse Beteiligten werden von der Koordinierungsstelle nicht an Dritte weitergegeben. Sämtliche Daten werden nur verschlüsselt öffentlich gemacht. Bei der Anmeldung werden die Teilnehmenden über die Datenschutzbestimmungen informiert.

Eingesetzte Drittanbieterkomponenten:

Es werden z.Zt. keine Drittanbieter-Komponenten verwendet. Im Zuge der Weiterentwicklung zu einer „Ehrenamts-/Tausch-/Zeitspenden-Börse“ können Kartendienste udgl. integriert werden. Planungen laufen im Augenblick auf untergeordneter Basis.

Geographische Lage

Bundesland: Nordrhein-Westfalen

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