Digitale Zusammenarbeit mit Freiwilligen in der Senior:innenarbeit Teil 2 – Gewinnung

Im Rahmen unseres Themenmonats 12/2022 „Engagement digital stärken“ werden wir die neue Arbeitshilfe des Forum Seniorenarbeit in einer kleinen Serie Stück für Stück veröffentlichen.

Im folgenden Beitrag wird das Kapitel „Gewinnung von Engagierten“ näher vorgestellt.

Gewinnung von Engagierten

In der Phase Gewinnung von Engagierten geht es in erster Linie darum, das eigene Angebot im digitalen Raum zu platzieren, auf sich aufmerksam zu machen und Menschen für die eigene Sache zu begeistern. Dies kann einerseits durch konkrete Aufrufe für die Suche nach Engagierten geschehen oder indem über das eigene Thema, die eigene Organisation oder Veranstaltungen informiert wird.

Dazu stehen unterschiedliche Möglichkeiten und Kanäle in den Clustern

  • Engagement-Plattformen,
  • Webseiten(-tools),
  • Social-Media und
  • Netzwerkarbeit zur Verfügung.

Tipp: Reflektieren Sie stets, welches Ziel Sie verfolgen, wen Sie erreichen möchten und wie viele Ressourcen Sie investieren möchten, wenn Sie sich für oder gegen ein Tool zur Gewinnung von Engagierten im digitalen Raum entscheiden. Und halten Sie dabei stets Ihre Zielgruppe, den Ort sowie Ihr Themenfeld im Blick.

Engagement-Plattformen

Mithilfe von Apps oder Webseiten möchten Engagement-Plattformen beim sogenannten Matching unterstützen. Das bedeutet, zwei Ziele zu verfolgen:

  1. Menschen sollen dabei unterstützt werden, das für sie passende Engagement zu finden.
  2. Organisationen sollen dabei unterstützt werden, die für sie passenden Engagierten zu finden.

Es geht also letzten Endes darum, Menschen und Institutionen bzw. Organisationen miteinander zu vernetzen und dadurch den Engagement-Sektor in der entscheidenden Phase „Gewinnung von Engagierten“ voranzubringen.

Damit dies gelingt, greifen die Plattformen auf eine Datenbank im Hintergrund zurück und mithilfe von Suchmasken und -filtern oder Karten können die Nutzer:innen das passende Angebot finden.

Durch Apps soll den Menschen dabei der Weg möglichst leicht gemacht werden. In der Regel erstellen sich Organisationen sowie Ehrenamtliche ein Profil. Anschließend können sie sich die Engagement-Möglichkeiten in ihrer Region anzeigen lassen und Kontakt zueinander aufnehmen.

Engagement-Plattformen sind mit dem Ziel entstanden, den Erstkontakt zu vermitteln und somit quasi als Eisbrecher zu dienen. Einige Plattformen arbeiten allerdings inzwischen auch an Funktionen, um längerfristig in Kontakt zu bleiben und das Engagement in der eigenen Gruppe/Organisation zu koordinieren.

Webseitentools

Zur Gewinnung von Engagierten spielen Webseiten sowie Tools, die in diese integriert werden können, ebenfalls eine zentrale Rolle. Wenn es um (Webseiten-)tools geht, sollten drei Ebenen mitgedacht werden:

  1. Eine eigene Webseite entwickeln und nutzen.
  2. Die Webseite / Infrastruktur der Organisation oder des Verbandes nutzen, an den das Projekt angegliedert ist.
  3. Webseiten von Dritten und die dort integrierten Tools nutzen.

Eine eigene Webseite bietet den Vorteil, dass sie unabhängig von Dritten regelmäßig aktualisiert werden kann. Sie können also selbstständig das Design anpassen, Tools integrieren und Informationen zum Projekt in verschiedenste Medienformate (Text, Bild, Video, Ton, etc.) aktualisieren. Jedoch sind die eingesetzten Techniken nicht selbsterklärend und erfordern ein hohes Maß an Einarbeitung.

Viele Verbände bieten ihren Mitgliedsorganisationen jedoch auch die Möglichkeit, vorhandene Infrastrukturen oder Websites zu nutzen und das eigene Angebot zu platzieren. Dadurch wird der Aufwand massiv reduziert, was jedoch Einschränkungen in Sachen Flexibilität und Informationsvolumen, das transportiert werden kann, mit sich bringt.

Ergänzend können Sie Ausschau nach Webseiten von Dritten halten, die Ihnen die Möglichkeit bieten, das eigene Angebot zu platzieren. Zum Beispiel durch einen Blog-Beitrag, in dem Sie über die eigenen Erfahrungen oder Ihr Angebot informieren.

Social-Media

Social-Media ist heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Inzwischen existieren zahlreiche soziale Medien, die jeweils vorwiegend von unterschiedlichen Zielgruppen bzw. Altersklassen genutzt werden.

Wenn es um die Gewinnung von Engagierten geht, können soziale Medien ein effektiver Weg sein, um sich eine Stimme im Internet zu verschaffen. Jedoch gilt es hier bei der Auswahl der Kanäle die Zielgruppe und beim Einsatz die Zeit, die aufgebracht werden kann, zu reflektieren.  Um Erfolg zu versprechen, sollte ein Profil in den sozialen Medien möglichst konsequent gepflegt werden.

Es ist zu bedenken, dass zunächst eine Reichweite aufgebaut werden muss, um Menschen über die sozialen Medien zu erreichen. Dazu ist es vorteilhaft, wenn konstant neue Inhalte geliefert werden. Zusätzlich empfiehlt es sich zu überlegen, ob die sozialen Medien lediglich zur Gewinnung von Engagierten oder auch zur Information und Vernetzung genutzt werden sollen.

Soziale Medien sind darüber hinaus eine gute Anlaufstelle, um Multiplikator:innen (so genannte Influencer:innen) zu finden, die das eigene Anliegen auf ihrem Kanal teilen, der ggf. eine viel größere Reichweite besitzt als der eigene. So können viele Menschen erreicht werden, ohne vorher eine eigene Reichweite aufbauen zu müssen. Gleichzeitig kann die eigene Reichweite so erweitert werden.

Vielleicht ist das Bespielen von Social-Media-Kanälen auch ein interessantes Digitales Engagement für eine junge Zielgruppe? Stichwort: ehrenamtliche:r Social-Media Manager:in. Diese Punkte treffen vor allem auf die klassischen sozialen Medien wie Facebook oder Instagram zu. Es gibt jedoch auch alternative Möglichkeiten zur sozialen Vernetzung im digitalen Raum. Beispiele sind nebenan.de, ein soziales Netzwerk, das sich auf Nachbarschaft spezialisiert hat. Oder HumHub, eine freie „Social Networking Software“, die auf eigenen Servern gehostet werden kann.

Netzwerkarbeit

Wenn es darum geht, das eigene Projekt nach vorne zu bringen und Freiwillige für ein Engagement zu begeistern ist das eigene Netzwerk ein wichtiger Baustein.

Der digitale Raum bietet vielseitige Möglichkeiten, um das eigene Netzwerk zu nutzen, zu erweitern und Kontakte zu pflegen sowie Weiterempfehlungen zu fördern. Neben den klassischen digitalen Kommunikationskanälen wie E-Mails, spielen Messenger, soziale Medien aber auch Web-Seminare und andere Online-Veranstaltungen eine immer wichtigere Rolle in der beruflichen, digitalen Netzwerkarbeit. Zusätzlich bietet das Internet eine ergiebige Möglichkeit, um nach möglichen Multiplikator:innen zu recherchieren und diese zu kontaktieren.

Foto: Anna Shvets | Pexels

Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2022

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Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats 12/2022 "Engagement in der Senior:innenarbeit digital stärken".

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