Dokumentation der Frühjahrsakademie 2020 #Gehtreff

Workshop: Spaziergänge und Gehtreffs im Quartier – Bewegt die Gesundheit älterer Menschen stärken

Logo Kreissportbund Gütersloh

Margret Eberl vom Kreissportbund Gütersloh stellte in dem Workshop Nr. 7 am ersten Tag auf der Frühjahrsakademie die Idee des Formats “Gehtreff” vor. Ihre Erfahrungen konnte Frau Eberl durch ihre Tätigkeit im Aufbau und in der Durchführung des Gehtreffs des Kreissportbunds Gütersloh einfließen lassen.

Bei dem Aufbau eines Gehtreffs im eigenen Stadtteil müssen verschieden Faktoren beachtet werden. Von der ersten Idee, über die Suche nach Projektpartner bis hin zur Umsetzung und zum Aufbau eines Netzwerks. Die Workshopleiterin Frau Margret Eberl vom Kreissportbund Gütersloh erläuterte in Ihrem Workshop sowohl die organisatorischen Aspekte beim Aufbau eines Gehtreffs, und erläuterte gleichsam auch gesundheitlichen Vorteile, die ein solches Angebot für die Zielgruppe mit sich bringt. Im Kreis Gütersloh ist das Konzept „Gehtreffs – Bewegt ÄLTER werden“ bereits in vier Kommunen mit insgesamt 11 Standorten und über 40 freiwillig tätigen Paten umgesetzt.

Gesundheitsfördernde Aspekte

Zu Beginn des Workshops wurde zunächst auf die gesundheitsfördernde Aspekte eines Gehtreffs eingegangen und anhand von Fallbeispielen dargestellt wie regelmäßige Bewegung die Mobilität im Alter fördern kann.

Das einfache Gehen wird als Kernkompetenz im Alter verstanden, die über Mobilität und Selbstständigkeit entscheidet. Der Verlust der Gehfähigkeit schränkt den Aktionsradius einer älteren Person unweigerlich ein.  Die Zielgruppe eines Gehtreffs sind ältere und insbesondere hochaltrige Menschen, die durch eine alltagsnahe und vor allem vertraute Form der Bewegung in ihrer Mobilität gefördert werden sollen.

Gehtreffs überzeugen insbesondere durch Ihren niedrigschwelligen Zugang. Um am Gehtreff des Sportbunds Gütersloh teilnehmen zu können, benötigt es weder eine vorherige Anmeldung, Mitgliedschaft oder Equipment, noch eine besondere körperliche Fitness. Es reicht die Freude an der Bewegung in der Natur. Der Gehtreff richtet sich an Personen, für die gewöhnliche Angebote wie Walking oder Wandern zu anspruchsvoll sind.

Als Vorbild nannte Frau Eberl den Heidelberger Bewegungsparcours. Das Angebot wurde von dem Institut für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Amt für Soziales und Senioren der Stadt Heidelberg initiiert und untersuchte die gesundheitsfördernden Aspekte eines Gehtreffs. (Details können der Power-Point-Präsentation entnommen werden). Zudem wurden die gesundheitlichen Vorteile genauer erläutert. So unterstützt regelmäßiges Gehen das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem und stärkt die Muskulatur. Zudem wirkt es auch auf die geistige Fitness, wirkt präventiv gegen Demenz und ermöglicht Teilhabe und soziale Einbindung. (Detail aus der Abbott-Studie können der Power-Point-Präsentation entnommen werden)

Durchführung eines Gehtreffs

In wöchentlichen Treffen werden Spaziergänge von ca. einer Stunde durchgeführt –  begleitet von kleinen Pausen oder kleinen gymnastischen Übungen – wobei Länge und Umfang sich immer auf die Gruppe der Teilnehmenden anpasst. Ehrenamtliche Gehtreff-Paten begleiten die Gruppe, um für die nötige Unterstützung und eine regelmäßige Durchführung zu sorgen.

Aufbau eines Gehtreffs

In einem weiteren Schritt erläuterte Frau Eberl, wie Gehtreffs auch in anderen Stadtteilen initiiert werden können. In dem Workshop wurden die Erfahrungen und “Erfolgsrezepte” aus den Gehtreffs im Kreis Gütersloh geteilt. Drei Schritte sind dabei zu beachten:

  1. Freiwillige Gehtreff-Paten:  Interessierte für die Idee begeistern, Schulungen durchführen
  2. Werbung und Einladungen und Pressearbeit: Das Angebot bekannt machen und Nutzen an die Zielgruppe kommunizieren
  3. Umsetzung: Treffpunkt und regelmäßigen Termin finden, Strecke finden, Gehtreff-Paten einteilen

Die erforderlichen Ressourcen um einen Gehtreff aufbauen zu können sind folgende:

  1. Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Flyer, Logo, Info-Veranstaltungen)
  2. Finanzierung (Mittel für Schulungen der Paten, Flyer, Verpflegung bei Besprechungen)
  3. Festlegung einer geeigneten Strecke (Länge, Gelände, Toiletten, Bälle für Pausen)
  4. Koordination und Terminierung (Einsatzplan der Paten, Kommunikation mit Presse)
  5. Betreuung der ehrenamtlichen Gehtreff-Paten (Erfahrungsaustausch, Absprachen, Kontakt halten)

Eine regelmäßige Schulung der Paten wurden als sehr wichtig dargestellt. Die Schulungen in Gütersloh beinhalten neben einem Erfahrungsaustausch Informationen und Ansätze zum Leiten einer Gruppe, zu Sicherheitsaspekten, organisatorische Angelegenheiten und Tipps für einfache gymnastische Übungen.

Weitere Informationen zu dem Gehtreff des Sportbunds Gütersloh

Präsentation als pdf-Datei (2 MB)

Metaplanwände

Weiteres zur Frühjahrsakademie

Gesamte Dokumentation der Frühjahrsakademie 2020 (wird kontinuierlich ergänzt)

Informationen rund um die Frühjahrsakademie des Forum Seniorenarbeit NRW

(Titelbild:pixabay)

Letzte Aktualisierung: 14. April 2020

Teile diesen Beitrag:
schliessen