Engagement digital stärken – ein Blick in andere soziale Bereiche

Dokumentation der Frühjahrsakademie 2023

Marco Hövels (Forum Seniorenarbeit NRW) hat einen Workshop durchgeführt, in dem Praxisbeispiele für die Anwendung digitaler Werkzeuge im Freiwilligenmanagement vorgestellt und diskutiert wurden.

Getreu dem Motto der Frühjahrsakademie „Über den Tellerrand hinaus“, wurden den Teilnehmenden Beispiele aus dem Sozialwesen vorgestellt, deren Verwendung im Feld der Senior:innenarbeit (noch) nicht üblich ist: Influencer:innen, CiviCRM und eine eigene App.

Der Workshop wurde dabei an den folgenden vier Bereichen orientiert:

  • Gewinnung,
  • Koordinierung,
  • Begleitung und
  • Anerkennung.

Im Anschluss wurde gemeinsam ein Transfer auf das Arbeitsfeld der Senior:innenarbeit gewagt.

Folgende Beispiele wurden im Workshop aufgegriffen:

Influencer:innen

Zu Beginn wurde darüber diskutiert, inwiefern sich Influencer:innen eignen können, um auf die eigenen Angebote in der Arbeit mit Senior:innen aufmerksam zu machen.

Influencer:innen wurden im Rahmen des Workshops als Vorbilder, Trendsetter bzw. Multiplikator:innen verstanden. Letztendlich Personen, die durch ihren Einfluss oder ihre Reichweite die Fähigkeit besitzen, andere Menschen zu inspirieren und zu überzeugen. Dazu nutzen Influencer:innen in der Regel ihre eigenen Social-Media-Kanäle.

Zwei entscheidende Punkte aus unserer Diskussion möchten wir für Sie festhalten:

  1. Influencer:innen müssen nicht unbedingt eine große Reichweite haben, um für Ihre Arbeit wertvoll sein zu können. Es reicht aus, wenn sie vor Ort bzw. mit der Zielgruppe, die Sie erreichen möchten, gut vernetzt sind.
  2. Auch ohne einen eigenen (erfolgreichen) Social-Media-Account können Sie auf diesem Weg Ihre Angebote in den sozialen Medien platzieren, ihre Zielgruppe erreichen und ggf. auch ihre eigene Reichweite erhöhen.

Drei konkrete Beispiele, wie andere Social-Media-Kanäle genutzt wurden, um eigene Angebote zu platzieren, finden Sie in der Präsentation weiter unten.

CiviCRM

Die zweite Diskussionsrunde widmete sich dem Programm CiviCRM als Beispiel für eine CRM-Software (Contact/Customer Relationship Managemant Software). Diese soll Sie bei der Analyse und Verwaltung Ihrer Kontakte unterstützen. Also einfach übersetzt ist es eine Kontaktmanagement-Software.

CiviCRM ist dabei ein Sonderfall. Es wurde als Open-Source-Software speziell für Non-Profit-Organisationen, Verbände, Stiftungen und ähnliche Organisationen entwickelt.

Die Software kann in Ihre bestehende Webseite integriert werden und unterstützt Sie im Anschluss dabei, Ihre Kontakte, Veranstaltungen, Spenden, Mitglieder und Newsletter im Hintergrund an einem zentralen Ort zu verwalten. Dadurch können Sie Personen gezielt, entsprechend ihrer Attribute, kontaktieren.

Weitere Informationen zu CiviCRM

Die deutsche Community vernetzt und unterstützt sich gegenseitig über den Verein Software für Engagierte e.V. Die Nutzer:innen helfen sich gegenseitig bei Fragen und lernen voneinander.

Im Zentrum der Diskussion standen Projekte zur Einführung von CiviCRM. Diese stellen eine große Herausforderung dar und sind entscheidend für eine gelingende Nutzung. Sie umfassen die Überzeugung der Belegschaft, Datenmigration, Einarbeitung und vieles mehr. Zur Einführung von CiviCRM wird an spezialisierte Organisationsberatungen verwiesen.

Appack für Vereine

Abschließend haben die Teilnehmenden über die Entwicklung und Einführung einer eigenen App für ihre Organisation diskutiert. Als Diskussionsgrundlage galt das Programm Appack für Vereine und NPOs in Kooperation mit Stifter-helfen.

Mithilfe einer eigenen App können Organisationen sowohl die interne Kommunikation in einem geschützten Bereich (nur für Mitglieder), als auch die externe Kommunikation in einem öffentlichen Bereich gestalten.

Dazu können Sie aus einem Modulbaukasten die für Sie wertvollen Module wählen und verwenden. Über den Browser können Sie auf Ihrem Computer die Inhalte der App bearbeiten.

Die Teilnehmenden erkannten verschiedene Mehrwerte in der Zusammenarbeit mit Engagierten in den Bereichen Kommunikation und Interaktion. Grundlage sei es jedoch, eine kritische Masse an Nutzenden zu erreichen, damit diese Mehrwerte auch spürbar werden.

Daher ist es wichtig, Entscheidungen für oder gegen eine neue Software gemeinsam in der Organisation zu treffen und diese auch als Team zu tragen.

Auf die Frage welche Anknüpfungspunkte für die Senior:innenarbeit identifiziert werden konnten, lautete die Antwort von Marco Hövels:

„Der Workshop war geprägt von einer Mischung aus Euphorie und Skepsis. Digitale Werkzeuge bieten viele Potenziale für die Zusammenarbeit mit Freiwilligen in der Senior:innenarbeit, deren nachhaltiger Erfolg jedoch von zahlreichen Faktoren abhängt. Zum Beispiel ist es wichtig, dass alle im Team motiviert und vor allem auch entsprechend der eigenen Kenntnisse bei der Nutzung begleitet werden.“

„Enthusiasmus, Inspiration, Zweifel“
Marco Hövels, Forum Seniorenarbeit NRW

Die Praxis-Beispiele wurden gemeinsam mithilfe der Thinking Hats – Methode aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeit finden Sie in der Fotogalerie.

Die Frühjahrsakademie wurde im Rahmen des Themenmonats 06/2023 „Über den Tellerrand hinaus – Digitalisierung im Sozialwesen“ dokumentiert. Als Teil des Themenmonats wurde der Workshop erneut als Web-Seminar angeboten.

Weitere Informationen:

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