Chancen durch Digitalisierung für den Alltag von älteren Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf

In diesem Beitrag möchten wir mit Ihnen einen kleinen Exkurs in die Inhalte des Achten Berichts zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland unternehmen. Der Achte Altersbericht widmet sich dem Thema Ältere Menschen und Digitalisierung. In diesem Kontext wurden insbesondere sechs Lebensbereiche identifiziert, in denen die Digitalisierung für ältere Menschen von Bedeutung ist bzw. sein kann, sie auf der einen Seite vor Herausforderungen stellt aber gleichzeitig auch entlasten bzw. unterstützen kann.

Für alle Lebensbereich gilt: Eine wesentliche Voraussetzung für digitale Teilhabe ist der Zugang zu digitalen Technologien. Dies beinhaltet insbesondere finanzielle Ressourcen zur Anschaffung der notwendigen Geräte, ein Internetzugang sowie Wissen und Kompetenzen zur Nutzung der Geräte. Je nach Hilfebedarf kann auch eine persönliche Assistenz notwendig sein, um die Bedienung der Geräte zu übernehmen. Die jeweiligen Unterstützungsbedarfe sind so vielfältig, wie das Leben selbst.

Dies zeigt, wie wichtig es ist, Angebote zu entwickeln, die ältere Menschen (mit erhöhtem Unterstützungsbedarf) dabei unterstützen und begleiten, die notwendigen Kompetenzen und weiteren Voraussetzungen zur Nutzung digitaler Technologien zu entwickeln. Gleichzeitig ist eine vielfältige Angebotslandschaft wichtig, da insbesondere ältere Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen verschiedene Bedarfe mitbringen und somit in verschiedenen Bereichen von Digitalisierung profitieren können und wollen.

Denn es lernt sich bekanntlich am besten, wenn der Erwerb neuer Kompetenzen mit einem konkreten Mehrwert für die Person verbunden ist.

Konkreter Mehrwert für Alltag

Innerhalb des Achten Altersberichts werden insbesondere Lebensbereiche benannt, in denen digitale Techniken und Entwicklungen auch für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf eine Verbesserung der Teilhabechance und selbstbestimmten Lebensführung versprechen (können).

Dazu zählen

  • Wohnen,
  • Mobilität,
  • Soziale Integration,
  • Gesundheit und Pflege sowie
  • Sozialraum.

Bereich Wohnen

Die eigene Häuslichkeit ist in der Regel der zentrale Lebensmittelpunkt für Menschen (mit Unterstützungsbedarf). Somit können digitale Techniken insbesondere in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen, nämlich bezüglich des längeren Verbleibs in der eigenen Häuslichkeit. Gleichsam bieten digitale Techniken einen Mehrwert bezüglich der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung – auch für Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf, die in entsprechenden Einrichtungen leben.

Technologien, die im wohnlichen Umfeld als nützlich benannt werden, sind häufig Assistenzsysteme und Smart-Home-Technologien. Diese können u.a. die Haushaltsführung und Alltagsunterstützungen leisten und gleichsam auch im Bereich der Gesundheit sowie Versorgung wesentlich sein.

Smart-Home-Technologien bzw. Assistenzsysteme, die in diesem Kontext von Interesse sind, sind u.a.

  • Smarte Türklingel, App-Basierte Lichtsteuerung,
  • Saugroboter und
  • Sprachassistenten.

Im Bereich der Gesundheit gibt es viele weitere Techniken, wie beispielsweise Armbanduhren, die die Vitalwerte überwachen, Sturz-Sensorik, Techniken zur Telemedizin, Roboter, die an die Medikamenteneinnahme erinnern und noch vieles mehr.

Auch bei der Orientierung in den eigenen vier Wänden können digitale Techniken unterstützen. Es gibt beispielsweise Apps, die Menschen mit Sehbeeinträchtigung helfen, sich drinnen und draußen zu orientieren und so die Selbstständigkeit erhöhen.

Konkrete Beispiele bzw. Möglichkeiten für digitale Möglichkeiten im Bereich „Wohnen“ für ältere Menschen (mit erhöhtem Hilfebedarf) finden sich in der Datenbank „Datenbank für digitale Alltagshelfer – Wegweiser zur Unterstützung und Komfortsteigerung“, die im Rahmen des Projekts DigiQuartier aufgebaut wurde.

Bereich Mobilität

Mobilität spielt eine zentrale Rolle im Leben von Menschen, insbesondere dann, wenn sie nur noch wenig bzw. eingeschränkt möglich ist. Digitale Techniken können dazu beitragen, den tatsächlichen Bewegungsradius einer Person zu erweitern, indem sie u.a. auf die Navigation abzielen und als Orientierungshilfe dienen. Hier können eher niedrigschwellig und leicht zugängliche digitale Mittel genutzt werden, um Wartezeiten und lange Fußwege zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Applikationen wie der DB Navigator, Online-Fahrplan, Verspätungsmelder oder Navigations-Apps. Ergänzend können auch Sharing-Modelle, die bevorzugt in Großstädten präsent sind, genannt werden. Diese spielen natürlich nur dann eine Rolle, wenn die entsprechenden Fähigkeiten und Nutzungskompetenzen vorliegen.

Es gibt auch weitaus umfänglichere Techniken, wie „digitale Gehstöcke“, die über GPS-Daten geortet werden können. Auch in der Robotik liegt Potenzial, die Mobilität von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu fördern. Hierzu zählen u.a. spezielle Gangroboter, die Menschen nach einem Schlaganfall in die aufrechte Position bringen und das Gehen ermöglichen. Darüber hinaus ermöglichen „smarte Rollstühle“ das längere Sitzen ohne Druckstellen und auch das „Autonome Fahren“ der Rollstühle liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne.

Neben der Erweiterung des tatsächlichen Radius außerhalb der eigenen Häuslichkeit können digitale Techniken ein „Fenster nach draußen“ darstellen und Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen, nämlich mittels digitaler Partizipationstools und Kommunikationsmöglichkeiten. Digitale Werkzeuge können als Tür in die (digitale) Welt gesehen werden, die so Teilhabe, Austausch und Kontakt ermöglichen, der nicht mehr bzw. seltener vor Ort – beispielsweise beim wöchentlichen Samstagskaffee im Nachbarort – möglich ist. Der Austausch unter- und miteinander kann über Messenger und Videokonferenz-Systeme gefördert werden. Diese sind mittels Tablets, Smartphones oder Laptops/PCs nutzbar.

Ergänzend können weitere Plattformen im Internet zur Informationsgewinnung und Partizipation genutzt werden.

Es gibt viele Organisationen und Initiativen, die mittlerweile auch digitale Kanäle nutzen, um mit Menschen in Kontakt zu treten. Dies können u.a. Gruppen in Social Media oder auch Apps sein, wie beispielsweise die App „In.Kontakt“ für pflegende Angehörige. In Köln bietet ein virtuelles Dialog-Café für Senior*innen Corona die Stirn und erschließt digitale Welten. So konnten ältere Menschen, die insbesondere während der Corona-Pandemie nur selten die eigene Häuslichkeit verlassen, gemeinsam singen oder Bingo spielen.

Bereich Soziale Integration

Kontakte und Austausch mit anderen Menschen sind in jeder Lebensphase entscheidend. Ältere Menschen erhalten von ihren sozialen Kontakten emotionalen Beistand, instrumentelle Hilfen und individuelle Unterstützung. Wenn mit zunehmendem Alter das soziale Netz jedoch immer kleiner wird, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, dass Menschen sozial isoliert leben. Lebt eine Person über einen längeren Zeitraum sozial isoliert, hat also kaum Kontakte zu anderen Menschen, kann dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Auch wenn sich die betroffene Person nicht einsam oder depressiv fühlt.

Gerade für ältere Menschen mit einem erhöhten Hilfebedarf ist es häufig schwer, bestehende Kontakte zu erhalten und zu pflegen oder neue Bekanntschaften zu machen. Durch Einschränkungen der Mobilität oder einen entstehenden Pflegebedarf ist es häufig nur noch mit sehr großem Aufwand möglich die Begegnungsstätte vor Ort, den Verein, in dem man sich lange engagiert hat oder Freund*innen zu besuchen. Aber auch andere Hilfebedarfe, wie zum Beispiel eine Sehbehinderung, Gehörlosigkeit oder Einsamkeit können dazu führen, dass ältere Menschen schneller sozial isoliert leben.

Digitale Kommunikationstechnologien, wie zum Beispiel Messenger-Dienste, Videotelefonie oder soziale Netzwerke können älteren Menschen Kontakte ermöglichen und dabei helfen Kontakte aufrechtzuerhalten und Beziehungen zu pflegen. Wichtig ist jedoch, immer vor Augen zu halten, dass der digitale bzw. virtuelle Austausch stet als Ergänzung gesehen werden sollte und die realen Offline-Beziehungen nicht verdrängen sollte oder ersetzen kann.

Bereich Gesundheit und Pflege

Im Bereich Gesundheit und Pflege ergeben sich durch die Digitalisierung sehr vielfältige und unterschiedliche Anwendungsbereiche. Für ältere Menschen mit einem erhöhten Hilfebedarf können virtuelle Arztbesuche (Telemedizin) eine große Entlastung darstellen. Häufig sind Arztbesuche mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und zusätzlich werden die Entfernungen, die vor allem im ländlichen Bereich zurückgelegt werden müssen, immer größer. Selbstverständlich kann nicht jeder Arztbesuch durch ein telemedizinisches Angebot ersetzt werden aber insbesondere die Digitalisierung von Routine- und Kontrollterminen kann eine enorme Entlastung sowohl für Ärzt*innen als auch für Patient*innen bedeuten.

So genannte M-Health-Anwendungen (Mobile-Health) können zur Förderung und Erhaltung der Selbstständigkeit von älteren Menschen beitragen. Unter M-Health-Anwendungen sind Technologien, wie zum Beispiel Fitness-Armbänder, die Vitalparameter überwachen oder digitale Lernangebote zu verstehen. Dadurch kann das Selbstmanagement verbessert werden.

Digitale Technologien, die im direkten Pflegebereich unterstützen sollen, sind vielfältig aber bisher im Verhältnis zum erwarteten Nutzen wenig im Einsatz. Beispiele sind Emotions- oder Serviceroboter, sensorgestütze Betteinlagen mit Alarmfunktion oder digitale Brillen, die relevante Pflegeinformationen einblenden. Dies liegt einerseits daran, dass viele Technologien noch sehr neu sind und das notwendige Wissen bzw. die Kompetenzen bei den Akteur*innen noch nicht vorhanden sind. Andererseits sind die Anschaffungs- bzw. Wartungskosten oft sehr hoch und werden aktuell (noch) nicht von den Kranken- oder Pflegekassen übernommen.

Mehr zur Digitalisierung in der Pflege

Neben Technologien, die bei den unterschiedlichsten praktischen Tätigkeiten unterstützen sollen, findet vor allem in organisatorischen und administrativen Tätigkeitsbereichen eine Digitalisierung statt. Im Bereich Gesundheit soll durch elektronische Patientenakten und digitale Informationssysteme die Transparenz und der Austausch von Informationen optimiert werden. Dies betrifft sowohl den fachlichen Austausch des medizinischen Personals als auch den Zugang von Informationen für Patient*innen. Im Bereich Pflege können Prozesse in der Dienstplanung, der Tourenplanung in der ambulanten Pflege, der Dokumentation und der Abrechnung in der Pflegearbeit optimiert werden.

Bereich Sozialraum

Eine Vernetzung im Sozialraum mit Organisationen und öffentlicher Infrastruktur spielt eine entscheidende Rolle für die Alltagsgestaltung, gesellschaftliche Teilhabe und die medizinische bzw. pflegerische Versorgung älterer Menschen. In vielen Regionen Deutschlands, vor allem in ländlichen Bereich, werden bestehende Infrastrukturen jedoch abgebaut bzw. zusammengelegt. Zum Beispiel wird der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt, private Dienstleistungen werden eingestellt und Kommunen werden zusammengelegt. Dies erschwert gerade älteren Menschen mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf den Zugang zu Unterstützungsleitungen.

Digitale Technologien bieten die Möglichkeit dem entgegenzuwirken, indem Angebote digitalisiert werden und Online-Plattformen eingerichtet werden, die über Neuigkeiten, Organisationen und Dienstleistungen im Quartier informieren. Dies gilt sowohl für formelle Dienstleistungen, zum Beispiel im Bereich der Pflege, aber auch für freiwilliges Engagement. So könnte zum Beispiel der freiwillige Besuchs- und Begleitdienst vor Ort an die zentrale Online-Plattform im Sozialraum angedockt werden, um die Vermittlung zu unterstützen.

Hierbei wird deutlich, dass die Vernetzung im Sozialraum umso besser von digitalen Technologien unterstützt werden kann, je mehr die digitalen Angebote auf bereits bestehenden analogen Strukturen aufbauen. Wenn man über die Digitalisierung von (Vernetzungs-)Angeboten spricht, muss jedoch immer bedacht werden, dass viele ältere Menschen mit digitalen Technologien und dem Internet noch nicht vertraut sind. Deshalb ist es entscheidend, dass digitale Angebote für ältere Menschen stets mit der Vermittlung von digitalen Kompetenzen ineinandergreifen.

Beispiele zur Digitalisierung des Sozialraums sind Quartier-Websites, wie das Quartier Röhlinghausen oder das Veedel Köln-Wissersdorf und Nachbarschaftsplattformen, wie www.nebenan.de oder www.sonate.jetzt.

Darüber hinaus werden im Projekt „Digitale Dörfer“ aktuell Chancen durch die Digitalisierung für ländliche Regionen in Deutschland untersucht. Dazu werden in einem experimentellen und partizipativen Ansatz, gemeinsam mit Kommunen und Bürger*innen, neue Methoden erprobt und entwickelt.

Chancen und Möglichkeiten greifbar machen

Es gibt viele Lebensbereiche, in denen digitale Techniken und Werkzeuge eine Chance bzw. Möglichkeit für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf beinhalten, den Alltag zu erleichtern und soziale Teilhabe zu (er)leben. Um diese Chancen ergreifen zu können und „zugänglich“ zu machen, bedarf es bestimmter Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.

An erster Stelle steht die Bedeutung des Nutzens bzw. Mehrwerts der digitalen Technik für das Leben bzw. die Bedürfnisse der/des Einzelnen. Etliche Studien zeigen, dass das Hauptmotiv der Techniknutzung – für Menschen mit und ohne erhöhtem Unterstützungsbedarf – ein konkreter Mehrwert ist (vgl. D21 Digital Index 2020/2021 – Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft). Es braucht einen konkreten Anlass, sich mit der digitalen Technik auseinandersetzen zu wollen. Die digitale Technik wird nicht bzw. in den seltensten Fällen allein der Technik wegen eingesetzt und ausprobiert.

Wenn Menschen dann an dem Punkt sind, dass sie einen konkreten Nutzen in der digitalen Technik sehen bzw. sich diesen erhoffen, besteht der Wunsch, diese auszuprobieren und kennenzulernen. Was braucht es dazu? – Zwei Dinge, die zwingend notwendig sind, nämlich

  1. die Technik (Hard- und Software) selbst und
  2. digitale Kompetenzen und Fähigkeiten, mit der Technik souverän umgehen zu können.

Es braucht die passende technische Ausstattung, um überhaupt die digitalen Möglichkeiten nutzen zu können, die einen Mehrwert versprechen. Dies kann beispielsweise ein Smartphone sein, um per Messenger-Gruppe mit der Familie zu interagieren, oder auch ein Laptop, um an einem ausreichend großen Bildschirm die nächste Bahnreise zu buchen, per Lieferservice das Abendessen kommen zu lassen oder „online“ die letzten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Vielleicht soll es aber auch lieber die Sprachassistenz für Zuhause sein, die den Medikamentenplan hinterlegt hat und entsprechend an die Einnahme erinnert. Hier gibt es eine schier endlose Zahl an unterschiedlichen Produkten und Programmen bzw. Apps, die genutzt werden können. Für die individuelle Situation von Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ist es wichtig, die passende Technik bzw. Ausstattung zu identifizieren und zugänglich zu machen. Häufig ist die Anwendung von Standardgeräten, die nicht auf eine besondere Zielgruppe mit ergänzenden Bedürfnissen, wie beispielsweise größere Tasten aufgrund motorischer Einschränkungen, ausgerichtet sind, schwierig. Aber auch hier gibt es mittlerweile Möglichkeiten, diese in der Handhabbarkeit „anzupassen“ (vgl. Wissensdatenbank des Methodenkoffers, Forum Seniorenarbeit NRW).

Wichtig ist anzumerken, dass insbesondere die Internetanbindung bzw. die Verfügbarmachung des Internets im häuslichen sowie im stationären Setting eine große Herausforderung darstellt. Insbesondere in Pflege- und Betreuungseinrichtungen sind die Rahmenbedingungen wenig erbaulich, da das Thema Digitalisierung – insbesondere in älteren Einrichtungen – noch nicht bzw. wenig mitgedacht wurde. Bei neueren Wohn- und Bauprojekten sind „smarte Lösungen“ bzw. das Internet i.d.R. – zumindest theoretisch – möglich, aber auch mit einem zusätzlichen finanziellen Aufwand verbunden.

Die technische Ausstattung allein reicht aber nicht aus, um die digitale Welt betreten, sich sicher bewegen und partizipieren zu können. Es braucht das entsprechende Wissen, wie die Technik genutzt und damit umgegangen werden kann. Insbesondere ältere Menschen, für die digitale Aspekte ein Neuland darstellen, besitzen diese zwingend notwendigen Voraussetzungen kaum bis gar nicht.

Insbesondere Menschen mit erhöhten Unterstützungsbedarf, für die digitale Hilfsmittel eine Erleichterung im Alltag und digitale als soziale Teilhabe ermöglichen, brauchen passgenaue Angebote, die bei der Vermittlung dieser digitalen Kompetenzen – als notwendige Voraussetzung für die digitale Teilhabe – behilflich sind und unterstützen.

Es braucht niedrigschwellige Angebote, die die individuellen Bedürfnisse des Menschen ins Auge fassen und eine entsprechende Begleitung darstellen. Es braucht niedrigschwellige Unterstützung und Begleitung, dort wo die Menschen sind, die Menschen motivieren und durch kleine und kurzfristige Erfolgserlebnisse die Selbstwirksamkeit erhöhen.

Wie es auch im achten Altersbericht (2021) als zugrundeliegende Annahme zu finden ist, ist davon auszugehen, dass alle Menschen – mit entsprechenden Unterstützungs- und Begleitangeboten sowie -Strukturen an der Digitalisierung teilnehmen können, zumindest der eigenen Situation entsprechend. Ergänzend gibt es Situationen und Szenarien, in denen es nicht das Ziel sein kann, Menschen in die „digitale Selbstständigkeit“ zu entlassen und eine Art „Starthilfe“ zu leisten, sondern durch dauerhafte Begleitung und Assistenz digitale Techniken erfahr- und erlebbar zu machen. In diesem Szenario stehen die digitalen Kompetenzen der Begleitperson im Fokus, die beispielsweise durch die gemeinsame Reise an vergangene Orte mittels digitaler Lösungen (z.B. Google Maps) oder das individuelle Wahrnehmen von Waldgeräuschen und der Lieblingsoper mittels Sprachassistenz und entsprechender Box einen Mehrwert und „schöne Momente“ für die zu begleitende Person schafft.

Quellen

Achter Altersbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“

D21 Digital Index 2020/2021 – Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft

Methodenkoffer „Zugänge älterer Menschen in die digitale Welt gestalten“

ZQP-Report „Pflege und Technik“

Autor*innen

Christine Freymuth und Marco Kunert, Forum Seniorenarbeit NRW

Foto: Pexels

Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2022

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Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats 12/2021 "Stärkung digitaler Kompetenzen für ältere Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf".

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