Rückblick: Dialogveranstaltung Digitale Kompetenzen für ältere Menschen

Am 19. Juni fand die Dialogveranstaltung Digitale Kompetenzen für ältere Menschen im CVJM Haus in Düsseldorf statt. Der Workshop richtete sich an haupt- sowie ehrenamtlich Interessierte aus unserem Arbeitsfeld. Veranstaltungsziel war es, aufzuzeigen, wie sich gemeinsam mit älteren Menschen der digitalen Welt angenähert werden kann und wie eine adäquate Unterstützung und Begleitung bei dieser Reise aussehen kann.
Die Veranstaltung wurde von Stephan Seiffert von der Stiftung Digitale Chancen aus Berlin mit Inhalt und Denkanstößen gefüllt. Ziel der Stiftung Digitale Chancen ist es, die Internetnutzung und die Medienkompetenzen unterschiedlicher Zielgruppen, u.a. der älteren Menschen, zu fördern.

Mit einer ersten Vorstellungsrunde der Teilnehmenden wurde in den Workshoptag gestartet. Hier stellte sich schnell raus, dass die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bereichen kommen, einige bereits Lernformate mit digitalen Inhalten für ältere Menschen angeboten haben, andere noch Neulinge in diesem Bereich sind. Insgesamt wurde deutlich, dass Interesse daran besteht, ein „professionelles“ Lernangebot für ältere Menschen zu digitalen Aspekten anbieten zu können und auch dahingehend die eigenen Kompetenzen zu erweitern.

Projekt Digital Mobil im Alter

Schwerpunkt des Tages war das Projekt Digital Mobil im Alter, dass von der Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit Telefonica und O2 durchgeführt wird. In diesem Projektkontext wurde der Leitfaden Digitale Kompetenzen für Ältere Menschen entwickelt.

Der Leitfaden soll eine Hilfestellung bei der Frage sein, wie Angebote bedarfsgerecht und den individuellen Lebenssituationen entsprechend ausgestaltet werden können. Dieser enthält Szenarien für die Kompetenzförderung und Handreichungen sowie Arbeitshilfen. Der Leitfaden basiert auf den Ergebnissen der Studie Digital mobil im Alter – So nutzen Senioren das Internet.

Neben diesem kostenfreien Leitfaden besteht für interessierte Organisationen und Initiativen die Möglichkeit, Tablets für einen Leihzeitraum von acht Wochen zu erwerben. Die Bereitstellung der Leihgeräte ermöglicht es, gemeinsam mit interessierten älteren Menschen einen Ausflug in die digitale Welt zu gestalten. Die Tablets sollen nicht nur in Lernveranstaltungen unterschiedlicher Formate genutzt und ausprobiert , sondern auch im Alltag der älteren Person integriert werden. Sie können daher mit nach Hause genommen werden. Während des Leihzeitraums wird die Begleitung und Unterstützung in Form von Sprechstunden oder auch Kursen durch die Organisationen gewährleistet. Bis heute arbeitete die Stiftung Digitale Chancen in ihrem Projekt Digital Mobil im Alter bereits mit etwa 130 Einrichtungen zusammen.

Der Verleih der Endgeräte ermöglicht einen ersten Zugang in die digitale Welt auch für diejenigen, die selbst keinen Computer oder Laptop und auch kein Smartphone oder Tablet besitzen. Aber wie soll die erste Begegnung mit dem digitalen Werkzeug – dem Tablet – ausgestaltet werden?

Zugänge gestalten – aber wie?

Stephan Seiffert empfiehlt eine erste Annäherung an das Thema über die Beschreibung der Nutzungsmöglichkeiten des Tablets. Hier wird der Vergleich zu bekannten analogen Interessen wie dem Zeitunglesen, dem Fotografieren oder Briefe-Schreiben gezogen. Wichtig ist es, die Motive und Interessen der einzelnen Person in den Fokus zu rücken und als Einstiegsthema in die digitale Welt aufzugreifen. Wie dies im Einzelnen möglich ist, wird im Leitfaden aufgezeigt. Weiter sind Tipps zu Räumlichkeiten und technischen Voraussetzungen enthalten sowie Hinweise zur Didaktik zu finden.

In zwei Gruppenarbeiten erhielten die Teilnehmenden einen Einblick, wie die Arbeit in einzelnen Lernsettings aussehen kann. Zum einen wurde eine Sprechstundensituation nachgestellt, zum anderen wurde eine Persona erdacht und die entsprechenden Punkte Nutzen, Interessen/ Motive und Apps für diese Person passend in ein bestimmtes Lernsetting eingebettet.

In einer kurzen Feedbackrunde zeigte sich, dass die Teilnehmenden konkrete Ideen und Impulse mitnehmen konnten und dankbar für den sehr starken Praxisbezug des Workshops waren. Abschließend wurde noch einmal in den Fokus gerückt, wie wichtig die individuelle Lebenssituation, entsprechende Motive und Interessen sowie Kompetenzen der älteren Person sind. So heterogen wie die Lernsettings ausfallen, sind auch die Bedarfe der älteren Menschen zu sehen.

Deutlich wurde, dass es sehr unterschiedliche Lernformate gibt, die von klassisch-formell über halbformell bis offen ausgestaltet sind. Wichtig ist es hierbei, immer die Bedarfe und die Kompetenzen der einzelnen älteren Person zu berücksichtigen.

Weiterführende Links:

Allgemeine Informationen zur Stiftung Digitale Chancen

Website des Projekts Digital Mobil im Alter

Leitfaden Digitale Kompetenzen für ältere Menschen

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