Heimat ist ein Gefühl?

Ein altmodischer Erfahrungsaustausch mit persönlichem Engagement.

WS 04 der Herbstakademie 2015

Wenn Heimat ein Gefühl ist, wie entsteht es? Wie festigt es sich und wodurch? Wieviele Überraschungen hält es aus oder welche dieser Gefühle können auch persönlichen Schaden verursachen? Kann das erlebte Gefühl von beheimatet sein, in sich und mit anderen und auch an Orten, gestärkt oder gefestigt werden? Und wenn ja, wodurch?

Im Workshop möchten wir, Beteiligte aus dem ZWAR Netzwerk Münster und eine Mitarbeiterin der ZWAR Zentralstelle NRW (ZWAR e.V. Dortmund), gemeinsam mit Ihnen diesen Fragen auf den Grund gehen. Nicht nur deshalb, um mal darüber gesprochen zu haben, sondern weil wir erfahren haben, dass wir unter uns Heimat erzeugen können, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Verbundenheit in der mitgeteilten Transparenz unserer Erfahrungen.

Gleich zu Beginn werden die Teilnehmenden eingeladen, inspiriert durch drei visualisierte Fragen, ihre jeweiligen Antworten auf Karten festzuhalten.

Hier die Fragen:

  • Wenn Heimat ein Gefühl ist, wie entsteht es?
  • Wodurch äußert sich ihr Heimatgefühl?
  • Wie festigt es sich?
Kleine Gruppen im Workshop
Eindrücke aus dem Workshop

Dann beginnt darüber ein Austausch in kleinen Gesprächsrunden. Von den Besonderheiten des Austausches berichten die Gesprächsgruppen anschließend in der großen Runde. Mehrheitlich wird verdeutlicht, dass sich Heimat als Gefühl realisiert. Auch wird beschrieben, dass Heimat an Ritualen, Menschen und Handlungen erfahrbar wird. Am deutlichsten tritt hervor, dass sich ein Heimatgefühl zeigt, wenn Menschen sich so zuwenden, dass Vertrauen ermöglicht wird und Beheimatung als Prozess beginnt.

Anne Remme, Mitarbeiterin der ZWAR Zentralstelle NRW in Dortmund verdeutlicht die Beratungs- und Qualifizierungsangebote für NRW. Sie sind verortet in den Handlungsfeldern „Gemeinschaft erleben“ und „Sich einbringen“ des Masterplans altengerechte Quartiere NRW des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW. Die Leistungen beziehen sich auf Beratung zur Initiierung und Verstetigung von ZWAR Netzwerken. Auf die Untwerstützung des landesweiten ZWAR Netzwerkes NRW und auf die Beratung zum Aufbau gemeinwesenorientierter Strukturen zur Partizipation Älterer. Die Darstellung der Leistungen konnte auf einer Pinwand verfolgt werden.

Im Workshop galt die besondere Aufmerksamkeit der Impulssetzung für die Teilnehmenden und dem Einblick in das aufs Thema bezogene Erfahrungswissen des ZWAR Netzwerkes Münster. Bruno Beyersdorff vermittelte einen persönlichen Einblick in seine 16 Jahre gelebte ZWAR Netzwerkgestaltung, mit dem Ausgangspunkt im Quarier Münster-Kinderhaus. Er ermöglichte einen persönlichen Einblick von seinen Erfahrungen der gemeinsamen Ausflüge und Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern der Regenbogenschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. „Bei den unterschiedlichen Engagementformen prägte unser Netzwerk die Vielfalt der gewonnenen Kontakte und vor allem der Zuwachs der Fähigkeiten und Interessen. Als ich noch im Beruf stand, fuhr ich am Wochenende immer ins Emsland. Kannte wenige in Münster. Wenn ich heute über den Platz in Kinderhaus gehe, kennen mich und kenne ich so viele unterschiedliche Menschen, dass es Spass macht hier meine Heimat zu haben.“

Karl Heinz Roger, Engagierter im 2012 gegründeten ZWAR Netzwerk Münster-Hiltrup, vermittelte bei seiner Schwerpunktsetzung vom überraschend erlebten Gefühl der Heimat in diesem ihm bislang unbekanntem Ortsteil. Als er mit seiner Frau vor drei Jahren von der ZWAR Netzwerkgründung in der Presse las, nahmen beide den Anreiseweg vom Wohnort Ascheberg in Kauf. „Ich war ja ein Fremder in Hiltrup, kannte niemanden. Das ist jetzt sehr anders. Nicht nur unsere zweimal monatlich tagende Basisgruppe trifft sich in der Stadthalle Hiltrup. Wir machen uns auch gemeinsam den Ortsteil bekannt, lernen uns und andere Einrichtungen kennen. Das gibt mir ein Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit, obwohl ich ja nicht hier im Ortsteil wohne. Das war und ist eine tolle Überraschung.“

In der Abschlussrunde beider Workshops benannten die Teilnehmenden ihre Informationsschöpfung für Wege zur Ermöglichung von persönlicher Öffnung und Erfahrungsaustausch zur Gestaltung von Netzwerkarbeit, so wie Wüsche nach Zusammenarbeit und Verstetigung über das ZWAR-Konzept deutlich wurden.

Der Workshop wurde durchgeführt von:

Karl Heinz Roger
Nienkamp 27
59387 Ascheberg
T: 02593-6396

Beteiligter des in 2012 initiierten ZWAR Netzwerkes Münster-Hiltrup

und

Bruno Beyersdorff
Brockmannstr. 60
48163 Münster Kinderhaus
T: 0251-798346

Beteiligter des in 1999 initiierten ZWAR Netzwerkes Münster-Kinderhaus

und

Anne Remme
Diplom-Pädagogin, Lehr-/Supervisorin DGSv, Lehr-/Mastercoach DGfC, systemische Beraterin IGST, Systemaufstellerin ISAIL, Psychotherapie HPG, Moderationstrainerin.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der
ZWAR Zentralstelle NRW
Steinhammerstr. 3
44379 Dortmund
T: 0231 – 961317 – 0
an.remme@zwar.org | info@zwar.org
www.zwar.org

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