Landesseniorenvertretung NRW legt Flyer mit Handlungsempfehlungen gegen Altersarmut vor

„Wenn ich einmal arm wär“

Zugegeben, es ist ein provokanter Titel: „Wenn ich einmal arm wär“ heißt der von der Landesregierung finanziell geförderte Flyer, den der Vorstand der Landesseniorenvertretung (LSV) NRW bei der Mitgliederversammlung im April vorlegen wird.

Hintergrund der darin enthaltenen übersichtlichen Basisinformationen zum Thema sowie der Handlungsempfehlungen für die örtlichen Seniorenvertretungen ist die nach Ansicht der LSV immer deutlicher werdende Verschlechterung des sozialen Klimas seit Beginn der Agenda-Politik. „Deren Auswirkungen sind inzwischen unübersehbar“, sagt Jürgen Jentsch, der stellvertretende Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, und erläutert das so: „Wenn knapp acht Prozent der Menschen über 65 Jahre auf Grundhilfe angewiesen sind, ist das mehr als ein erstes Alarmsignal. Denn es entsteht eine neue Altersarmut durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors und durch die explodierende Zahl der Mehrfach- und Langzeitarbeitslosen aus den achtziger und neunziger Jahren“. Deshalb liegt das Augenmerk der LSV generationenübergreifend auch auf der zunehmenden Armutsgefährdung anderer Altersgruppen: Denn die heute armen Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Eltern seien die von Armut betroffenen alten Menschen der Zukunft.

 Welche Einflussmöglichkeiten die Seniorenvertretungen vor Ort auf solche Entwicklungen haben, darauf weist der neue achtseitige Flyer ausführlich hin. So nennen die Verfasser u.a. die Forderung nach regelmäßigen Reichtums- und Armutsberichten in den Kommunen an die Politik. Auch Begegnungsstellen, Foren oder Schuldnerberatungen für die eigene Kommune öffentlich einzufordern, sich für Nachbarschafts- Netzwerke, bessere Bildung oder preisgünstige Freizeitangebote einzusetzen, könnten Wege sein, ganz konkret auf die zumeist verschämte Armut in der eigenen Umgebung hinzuweisen und zu reagieren. „Lebensqualität statt Altersarmut muss heute und in Zukunft für alle Menschen möglich sein“, lautet die Überzeugung der Landesseniorenvertretung.

 Der Flyer steht auf der Homepage der LSV NRW (www.lsv-nrw.de) zum Herunterladen bereit.

Download: Flyer LSV NRW zum Thema Altersarmut

 

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Daniel Hoffmann

Seit 1995 Mitarbeiter im Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln. Projektleiter des Forum Seniorenarbeit NRW und verantwortlich für den Themenschwerpunkt "Engagement älterer Menschen in der digitalen Gesellschaft".
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