Mehr Wissen über die Lebensphase Alter ist notwendig

Negative Vorstellungen vom Alter und fragwürdige Rollenklischees gegenüber älteren Menschen sind weit verbreitet. Das zeigt die Studie „Ageismus –Altersbilder und Altersdiskriminierung in Deutschland“ im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. „Auch wir, als Vertretung der älteren Generation, erfahren immer wieder, dass dagegen die Aufmerksamkeit für negative Altersbilder und vor allem für das Thema Diskriminierung aufgrund des Lebensalters eher gering ist“, wünscht sich Karl-Josef Büscher, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW), Konsequenzen aus den erhobenen Studien-Ergebnissen.

Wenn etwa 74 Prozent der Befragten den Anteil der älteren Menschen über 70 Jahre in der Bevölkerung erheblich überschätzen – am häufigsten wurde er auf 30 Prozent geschätzt, obwohl er im Schnitt bei rund 18 Prozent liegt – werde deutlich, welchen Mangel an Basiswissen über die Lebensphase Alter es gebe. Ebenso wie die Studie hält deshalb auch der Vorstand der LSV die Vermittlung von Faktenwissen über die demografische Entwicklung für einen wichtigen Teil der öffentlichen Bildung: „Jede kommunale Seniorenvertretung bemüht sich vor Ort, der älteren Generation eine Stimme zu geben, damit vor allem die Chancen und Potenziale des Alters gesehen werden“, sagt Büscher. Er betont allerdings auch die Bedeutung der generationenübergreifenden Diskussion über altersbedingte Herausforderungen, denn: „Realistische Altersbilder zu entwickeln, erfordert, die Janusköpfigkeit des Alters anzuerkennen und immer wieder genau hinzusehen.“

Was also tun gegen unreflektierte Altersbilder in den Köpfen offenbar aller Generationen? Der Vorstand der Landesseniorenvertretung sieht sich in den entsprechenden Forderungen der Studie in seinem Weg und den eigenen Zielen bestärkt: „Ältere Menschen müssen in ihrer Mitverantwortung gestärkt werden und aktiv zeigen können, welch wichtige Beiträge sie für die Gesellschaft leisten“. Denn öffentlich, zivilgesellschaftlich und privatwirtschaftlich gelebte und geförderte, differenzierte Altersbilder seien die beste Voraussetzung, Altersdiskriminierung entgegenzutreten.

„Wenn im Grundgesetz das ‚Lebensalter‘ dann noch als Merkmal für Diskriminierungsverbote ergänzt wird, wäre das ein großer Schritt“, so die Landesseniorenvertretung.

Karl-Josef Büscher
Vorsitzender

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