Grundüberlegungen
Fragestellungen von interessierten Älteren, die oft ähnlich formuliert werden:
In unserer Stadt passiert soviel, aber niemand berichtet darüber. Wie können wir das selbst in die Hand nehmen?
Kann uns das Internet dabei behilflich sein, neue Interessenten für unsere Altentheatergruppe zu finden?
Können wir die Planungen für unser jährliches Treffen der Ehrenamtlichen in Teilen effizienter über das Internet organisieren?
Ich bin abends oft alleine in meiner Wohnung, kann ich im Netz auch Leute aus der Gegend treffen?
Wie können wir mit den Schülern der örtlichen Schule im Rahmen unseres Patenprogramms über das Internet kommunizieren?
In unserem Handwerksdienst sammeln wir viele Erfahrungen. Ich wäre auch an denen der Anderen interessiert, wie können wir das zusammenbringen?
Als Seniorenvertreter würde ich gerne mehr Meinungen unserer Bürger einholen, mit ihnen diskutieren und über unsere Arbeit berichten, das Internet könnte ich mir gut vorstellen, aber ich weiß nicht, wie ich es anpacken kann?
Viele unserer hochaltrigen Leser/innen haben zunehmend Probleme mit den Augen, können wir unsere Zeitung auch als Podcast herausgeben oder kann sie vorgelesen werden?
Der Vortrag von Frau Muster in unserer Begegnungsstätte war toll, aber viele Fragen kommen erst später, ich würde gerne mit den anderen noch weiter drüber diskutieren, weiß aber nicht wie?
Um die eingangs genannten Möglichkeiten zu entwickeln, bietet das Forum Seniorenarbeit ab 2012 einen thematischen Schwerpunkt und eine Workshopreihe an, die sich an ältere Menschen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seniorenarbeit richtet.
Wichtigste Fragestellung ist dabei, wie können ältere Menschen, gemeinsam mit anderen, das Internet in kleinräumigen Bezügen nutzen. Wie können sie aktiv an der Gestaltung und an (Entscheidungs) Prozessen teilnehmen, die ihr Leben beeinflussen? Wie können sie ihre Erfahrungen, Potenziale und Werte in die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens einbringen?
Daneben soll ein besonderes Augenmerk auf Unterstützungstrukturen gelegt werden, wie Menschen, die das Internet noch nicht oder aufgrund technischer Barrieren nicht adäquat nutzen (beispielsweise fehlende Netzanbindung in ländlichen Regionen), trotzdem in die Entwicklungen einbezogen werden können.
Betrachtet wird auch, wie das Internet sinnvoll in vorhandene Projekte integriert werden kann und welcher Mehrwert dadurch geschaffen wird. Beispiele dafür sind:
- Seniorenvertretungen,
- EFI-Projekte,
- ZWAR-Gruppen oder
- Nachbarschaftsinitiativen.
Der Themenschwerpunkt bietet Grundlageninformationen, einen Methodenkoffer und Praxisbeispiele, wie lokale Online-Gemeinschaften älterer Menschen geplant und realisiert werden können.
In den Workshops besteht die Möglichkeit, das Handwerkszeug praktisch zu erproben und anschließend im eigenen Projektzusammenhang umzusetzen.
Der nachhaltige Erfahrungsaustausch wird für alle Teilnehmenden der Workshops durch ein landesweites Netzwerk, das vom Forum Seniorenarbeit begleitet wird, gewährleistet.
Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes Lokale Online-Gemeinschaften älterer Menschen initiieren und moderieren (RSS-Feed).
